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Neuer Markt schließt schwächer

Nach einem kurzen Ausflug in die Gewinnzone am Dienstagmorgen hat der Neue Markt nach Bekanntgabe von Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen fast vier Prozent verloren.

dpa-afx FRNAKFURT. Bis Handelsschluss erholten sich die Kurse wieder. Der Leitindex Nemax 50 sank bis Handelsschluss um 2,50 % und stoppte auf 1 301,87 Punkten. Der Nemax All Share gab um 2,44 % auf 1 229,46 Stellen ab.

"Vor der Bekanntgabe der schlechten Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen am Nachmittag waren die Aktienkurse bereits gesunken, aber dann ging es erst richtig los", sagte ein Händler in Frankfurt. Die Marktteilnehmer seien sehr nervös. "Mittlerweile traut man dem hohen Kursanstieg der Vergangenheit nicht mehr", sagte ein anderer Börsianer.

In den vergangenen Wochen sei jede Nachricht, die keine Enttäuschung barg, zum Aktienkauf genutzt worden. "Man spielte die Karte "Hoffnung", sagte der Börsianer. Für einen nachhaltigen Aufschwung am Neuen Markt habe allerdings der Umsatz gefehlt, schätzte der Händler ein. Jetzt würden die enttäuschenden Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen die wirtschaftliche Realität widerspiegeln und "das könnte das Kartenhaus schnell zum Einstürzen bringen".

Die Aktie der Intershop AG setzte sich mit einem Sprung von 10,08 Prozent auf 2,62 Euro zeitweise an die Spitze der wenigen Gewinner im Nemax 50. Das Softwareunternehmen profitierte von der neuen Produktpalette, mit der Intershop sein Angebot "Enfinity" erweitert. "Erst einmal bringen neue Produkte Entwicklungskosten mit sich", zeigte sich ein Händler skeptisch. Das Unternehmen sei weiterhin angeschlagen und müsse sich mit der neuen Software erst einmal durchsetzen, hieß es.

Die Aktien des Champions-League-Vermarkters Highlight Communications gewannen 13,86 Prozent auf 4,60 Euro. Zuvor hatte das Unternehmen trotz hoher Sonderabschreibungen gute Geschäftszahlen vorgelegt. Die Chancen die Fußballrechte auch in Zukunft zu vermarkten, haben sich nach Meinung von Analysten erhöht.

T-Online verloren nach einer Achterbahnfahrt, die den Kurs im Handelsverlauf auf 14,50 Euro anhob und auf 12,75 Euro drückte schließlich 7,26 Prozent des Wertes. Die Aktie stoppte ihren Kursverfall bei 13,03 Euro. Consors verloren nach weiteren Spekulationen um eine bevorstehende Übernahme 8,80 Prozent des Wertes und kosteten 9,54 Euro. "Jeder mögliche Käufer ist natürlich an niedrigen Kursen interessiert", begründete ein Händler den Kursverlust. Zudem sei die Aktie der Direktbank am Vortag um 15 Prozent gestiegen.

Papiere der Lambda Physik verloren bei hohen Umsätzen 10,38 Prozent auf 19,00 Euro, nachdem Gerüchte kursierten, der Laserspezialist stünde vor einem weiteren Umsatzausfall. Auch das Dementi des Unternehmens half nichts: "Lambda hatte zuvor zu oft enttäuscht, da ist das Vertrauen auch bei einem Gerücht erst einmal weg", begründete ein Händler den Kurssturz.

Die Aktien der Funkwerk AG verloren bei einem regen Handel 5,67 Prozent auf 24,29 Euro. Bei der Aktie hatte ein Kursrückgang unter 25 Euro im frühen Handelsbeignn Händlerangaben zufolge automatische Verkäufe ausgelöst. Die Papiere der Kinowelt Medien AG haben weitere 11,11 Prozent verloren und kosteten auf dem Frankfurter Parkett O,56 Euro. Trotz der drohenden Insolvenz des Unternehmens ist die Aktie bei weitem nicht die billigste am Neuen Markt. Die Anteilsscheine von 13 der 333 Unternehmen sind billiger zu haben: Für die insolvente Prodacta AG müsste ein interessierter Anleger gerade einmal 16 Cent bezahlen.

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