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Neuer Markt setzt Erholung fort

Die Aktienwerte am Frankfurter Neuen Markt haben Händlern zufolge mit Unterstützung der festen US-Technologiebörse Nasdaq ihren Erholungskurs am Freitag fortgesetzt. Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index beendete die Sitzung 3,73 % fester bei 3377,16 Punkten und der Standardwerte-Index Nemax-50 4,09 % im Plus bei 3593,52 Zählern.

rtr FRANKFURT. "Anleger steigen derzeit ein, weil einige Aktien fundamental billig aussehen", sagte ein Broker. Zudem werde die technische Reaktion vom Vortag fortgesetzt. Die deutschen Titel hatten bereits am Vormittag in Erwartung eines freundlichen Starts der US-Technologiebörse kräftig zugelegt. Der Nasdaq-Index ging 5,41 % höher bei 2904,38 Zählern aus seinem verkürzten Handel.

Nach einem zunächst positiven Auftakt war der Nemax-50-Index am Freitagvormittag zeitweilig um mehr als drei Prozent abgerutscht, um dann wieder in positives Terrain vorzustoßen. Der Markt sei ausgesprochen nervös, die Reaktionen der Anleger sehr kurzlebig, sagte ein Börsianer. Das erwartete Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA in der Frage der Handauszählung von Wählerstimmen berge einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor, warnte sein Kollege.

Für die kommende Woche rechnen die Experten mit einer Fortführung der Erholung. Der Markt sei deutlich überverkauft. Mit 3000 Punkten haben der Nemax-50 kurzfristig einen Boden gefunden, sagte Dieter Schwartz, Analyst bei Dresdner Kleinwort Benson.

Mittelfristig könne für den Neuen Markt allerdings noch keine Entwarnung gegeben werden, sagten Experten. Franz Kaim, Analyst beim Düsseldorfer Wertpapierhaus Lang & Schwarz, hält es durchaus für möglich, dass der Nemax-50 noch einmal die Marke von 3000 Punkten anteste, bevor die Kurse im kommenden Jahr wieder nachhaltig ins Plus drehen. "Wir befinden uns aber in der Endphase der Korrektur", sagte Kaim. Für den unabhängigen Analysten Wieland Staud ist dabei entscheidend, dass der Nemax-50 die Aufwärtstendenz in den kommenden beiden Wochen beibehalten kann. Andernfalls müsse mit deutlichen Kursabschwäungen gerechnet werden.

Lambert Witzell, Händler beim Bankhaus M.M. Warburg sagte, erst wenn der Neue Markt ein "faires Bewertungsniveau" erreicht habe, könne er sich wieder längerfristig im Plus halten. Unsicherheiten bestünden insbesondere wegen der konjunkturellen Entwicklung. Von einer "schleichenden Trendwende", geht ein Stuttgarter Händler aus. "Gleich wieder euphorisch zu sein, wäre schlecht". Es könne nur mit Pessimismus nach oben gehen, fügte er hinzu.

Als mögliche Impulse für eine Erholung am Neuen Markt sehen Börsianer insbesondere eine Konsolidierung und Erholung an der Nasdaq und eine endgültige Entscheidung bei der Präsidentenwahl in den USA. Lang & Schwarz-Analyst Kaim sagte, es müsse zudem eine "weiche Landung der US-Konjunktur" in den USA gelingen. Auch spielten die Entwicklung des Euro und ein stabiles Zinsniveau eine wichtige Rolle.

Die Experten wiesen darauf hin, dass der Nemax-50 zunächst nur ein Aufwärtspotenzial von etwa 200 Punkten besitze. Schon bei 3720 Punkten treffe er auf einen ersten und bei 4384 auf einen sehr starken Widerstand. Die Sprung über diese Hürde sei sehr schwierig, da viele Unternehmen in jüngster Zeit ihre hochgesteckten Ergebnisziele verfehlt hätten, so Trudbert Merkel, Fonds-Manager bei Deka Kapital. Außerdem müsse mit weiteren Verkäufen Institutioneller Anleger gerechnet werden. Durch den Kursverlust vieler Titel seien die Fonds gezwungen, ihre Portfolios der veränderten Situation anzupassen.

Gegen den Trend schwächer tendierten am Freitag vor allem Unternehmen, die in ihren jüngsten Geschäftsberichten Verluste auswiesen. Hierzu gehörten unter anderem Mediantis, die 12,61 % auf 4,85 Euro verloren und Wizcom, die um 18,84 % auf 2,93 Euro nachgaben.

Novasoft konnten die Talfahrt der vergangenen Monate stoppen und beendeten die Sitzung am Freitag 84,90 % fester bei 9,06 Euro. Einen unmittelbaren Grund für die Trendwende konnten Händler nicht ausmachen.



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