Neuer Markt verspielt mit Skandalen seinen Ruf
Manager sehen High-Tech-Börse beschädigt

Deutsche Führungskräfte gehen davon aus, dass das Ansehen des Neuen Marktes duch Skandale schwer gelitten hat. Das zeigt der Handelsblatt Business-Monitor. Mit der Zinspolitik ist die Wirtschaftselite zufrieden.

DÜSSELDORF. Die immer häufigeren Berichte über betrügerische Bilanz- und Kursmanipulationen am Neuen Markt verfehlen ihre Wirkung nicht. Nach fast einhelliger Ansicht der deutschen Führungskräfte (83 Prozent) wird hierdurch die Glaubwürdigkeit der Wachstumsbörse nachhaltig beeinträchtigt. Weitere drei Prozent der Wirtschaftselite meinen, dass der Ruf des Neuen Marktes schon länger beschädigt ist, so dass die jüngste Entwicklung kaum noch zusätzlich schaden könne. Lediglich 13 Prozent finden, Machenschaften, wie jüngst etwa bei Comroad aufgedeckt, seien Ausnahmeerscheinungen, die auch als solche gewürdigt würden. Das ergibt der Handelsblatt Business-Monitor, die monatliche Top-Manager-Befragung des Psephos-Instituts.

Vor dem Hintergrund solcher Entwicklungen erwarten die Führungskräfte mit einer Mehrheit von 83 Prozent, dass in den nächsten Monaten das Interesse der Anleger für Aktien des Neuen Marktes (weiter) rückläufig sein wird. Nur 14 Prozent sind für die Wachstumsbörse optimistisch und rechnen nicht mit einer solch negativen Entwicklung.

Das schlechteste Image hat der Neue Markt bei Großunternehmen. Hier sagen 91 Prozent, dass die Glaubwürdigkeit auf Dauer geschädigt oder ohnehin schon verloren gegangen ist. Nach Branchen unterteilt, schneidet die High-Tech-Börse in traditionellen Bereichen wie Bergbau, Energie und Chemie am schlechtesten ab. Bei einem Blick auf die Regionen ist auffällig, dass der Ruf des Neue Marktes in Ostdeutschland am schlechtesten ist.

Leitzinsen auf derzeitigem Stand belassen

Hinsichtlich der Erwartungen zum Euro-Kurs ist bei den Führungskräften ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Inzwischen glauben 15 Prozent nach 13 Prozent im April und neun Prozent im März, dass der Euro in den nächsten sechs Monaten die Parität zum Dollar erreichen kann. Noch immer sieht aber eine Mehrheit von 82 Prozent die europäische Einheitswährung mittelfristig unterhalb eines Gleichstands.

Die Manager lassen sich in ihrem Votum von unmittelbaren Kursschwankungen beeinflussen. Während der jüngsten Befragung notierte die Währung zwischen 90 und 91 US-Cents. Bei den vorangegangenen Erhebungen wurden für einen Euro etwas über 88 (April) bzw. unter 88 Cents (März) bezahlt.

Wie schon im Vormonat plädiert eine Drei-Viertel-Mehrheit der Führungskräfte dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen auf dem derzeitigen Stand lassen soll. Für eine Zinssenkung treten 26 Prozent ein. Im April waren es 23 Prozent. Eine Erhöhung der Zinsen, wie sie Volkswirte im zweiten Halbjahr für möglich halten, wollen derzeit lediglich zwei Prozent der Führungskräfte in der deutschen Wirtschaft.

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