Neuer Markt weiter im freien Fall
Nemax 50 stürzt zeitweise unter 600 Punkte

Die vorherigen fünf Wochen beendete die Wachstumsbörse im Minus und eine sechste könnte folgen. Die Hiobsbotschaft des Tages kam diesmal von Pixelnet, deren prominente Tochter Photo-Porst insolvent ist. Der Nemax verlor 2,1 Prozent auf 648 Punkte, der Nemax 50 gab 2,3 Prozent auf 602 Punkte ab.

HB FRANKFURT/ DÜSSELDORF. Fünf Wochen in Folge geht es im Wochenvergleich mit dem Neuen Markt nun schon nach unten. Und die Chancen, dass Nemax und Nemax 50 am kommenden Freitag erneut schlechter aus der Woche gehen als sie am Montag hinein gegangen sind, stehen sehr hoch. "Wer stoppt die Herde?" fragten beispielsweise die Experten von West LB Panmure nicht zu Unrecht in ihrem Ausblick für diese Woche und brachten damit die gegenwärtigen Befindlichkeiten in kurzen Worten auf den Punkt.

Nun ist es sicherlich auf der einen Seite ein gewisser Herdentrieb, der die Anleger nach der anhaltenden Verunsicherung über unklare Bilanzen und Gewinnaussichten aus den Technologiewerten treibt. Auf der anderen Seite sind es auch die täglichen Hiobsbotschaften, bei denen inzwischen nichts mehr unmöglich erscheint. Am Freitag ging es nach dem Ausstieg zweier Großinvestoren mit Thiel rapide bergab, am Montag nun meldete Pixelnet die Zahlungsunfähigkeit seiner prominenten Tochter Photo-Porst. Der Filialist, an dem sich schon mancher Investor verhoben hat, erlitt seit Jahresanfang einen erheblichen Umsatzeinbruch, was weiteren Finanzmittel nötig machte. Mögliche Investoren hielten sich jedoch zurück, was im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld und vor dem Hintergrund der Geschichte von Photo-Porst nicht verwunderte.
Verwunderlich jedoch, dass Pixelnet noch Ende Mai von einer geplanten europaweiten Expansion sprach, die von potenziellen Investoren finanziert werden sollte. Die Geldgeber werden wohl ihre Gründe für die Zurückhaltung gehabt haben. Jedenfalls droht nach der Photo-Porst-Insolvenz nun auch Pixelnet das Aus. Endzeitstimmung bei den Pixelnet-Aktionären: Das Papier verlor am Montag 31,6 % auf 0,39 Euro.

Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass es mit der schwer gebeutelten Thiel-Aktie noch einmal um 8,2 % auf nun 4,36 Euro nach unten ging, nachdem das Minus am Freitag bereits 35 % betrug. Vor dem Hintergrund, dass am Nachmittag 15 von 50 Titeln des Nemax 50 Verluste im zweistelligen Bereich hinnehmen mussten, verwundert diese Entwicklung nicht. Auch das Minus der Viva-Aktie von 30,5 % auf 9,45 Euro überraschte kaum. Nach wochenlangem Übernahme-Poker um den 15,3 %-Anteil der EMI Group hat nun AOL Time Warner das Rennen gemacht. 52,4 Mill. Euro kostet das Paket, womit AOL nun 30,6 % der Viva-Aktien hält.

Auf der Suche nach der positiven Nachricht wurde mancher Anleger doch noch fündig. Die Schweizer Highlight Communications hat sich entschlossen, einen Teil ihrer flüssigen Mittel in eigene Aktien zu investieren, um diese in besseren Börsenzeiten zu platzieren oder in Akquisitionen zu stecken. Highlight gewannen 6,8 % auf 2,19 Euro.

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