Neuer Markt zeigt sich freundlich
Gewinnmitnahmen drücken Dax

Nach den Zuwächsen der vergangenen Tage haben die deutschen Standardaktien am Mittwoch zu einer Verschnaufpause angesetzt, wobei die Titel der Deutschen Post die größten Verlierer waren.

Reuters FRANKFURT. "Wir haben in den vergangenen Wochen viel Boden gut gemacht im Dax. Momentan haben wir eine ganz normale Situation. Die schlimmsten Ängste sind aus dem Markt raus, einzelne Aktien bewegen sich gut. Anleger, die sich Monate lang nicht haben blicken lassen, investieren wieder", sagte ein Frankfurter Händler zur Stimmung am Gesamtmarkt. Der Deutsche Aktienindex schloss 0,81 Prozent tiefer auf 6213,84 Punkten. Das Börsenbarometer hatte in den vergangenen vier Wochen um rund zwölf Prozent zugelegt.

Am Neuen Markt hingegen zeigten sich die Wachstumswerte freundlich, beide Indizes näherten sich getrieben von positiven Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq der psychologisch wichtigen Marke von 2000 Punkten. Der Nemax-All-Share-Index stieg um 3,22 Prozent auf 1986,92 Punkte, der Blue-Chip-Index Nemax50 gewann um sechs Prozent auf 1974,03 Zähler. An den US-Börsen notierte der Nasdaq-Index kurz vor Börsenschluss in Frankfurt 2,34 Prozent höher auf 2218 Punkten, während der Dow Jones-Index der 30 führenden Industriewerte um 0,03 Prozent auf 10.896 Punkte fiel.

Händler sagten, die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA deuteten auf eine erneute Senkung der Leitzinsen durch die US-Notenbank Fed und damit auf eine weiterhin freundlich Tendenz an den US-Aktienmärkten hin. Für die weitere Entwicklung im Dax zeigten sich Börsianer ebenfalls gut gestimmt. "Wir marschieren Richtung 6300 Punkte im Dax, dort kommen wir in charttechnische Widerstandsbereiche hinein. Ich glaube, von der Dynamik her dürfte der Markt seine Aufwärtsbewegung beibehalten", hieß es.

Im Dax ragten auf der Verliererseite die Aktien der Deutschen Post mit einem Minus von 5,2 Prozent auf 18,22 Euro heraus. Die Bundesregierung bereitet nach Angaben eines Sprecherin des Finanzministeriums vom Mittwoch den Verkauf weiterer Aktien der Post und damit auch die mögliche Abgabe der Mehrheit an dem Unternehmen vor. Es sei eine Gesetzesänderung im zweiten Halbjahr 2001 geplant, um die Voraussetzungen für den Verkauf weiterer Aktien zu schaffen. Dies könne auch heißen, dass der Bund die Mehrheit an dem Unternehmen abgebe, sagte die Sprecherin. Post-Chef Klaus Zumwinkel sagte in Bonn, es gebe noch keine Entscheidung, wann eine zweite Tranche Post-Aktien an die Börse gebracht werde. Fondsmanager Stephan Thomas von Frankfurt Trust sagte, die Tatsache, dass eine zweite Tranche ausgegeben werde, drücke den Kurs. Zwar gebe es noch gar keine Hinweise auf die Preise, "doch allein der Umfang der möglichen Emission, der über dem Markt schwebt, ist ein negativer Faktor".

Auch SAP musste Federn lassen

Ebenfalls deutlich im Minus lag das Indexschwergewicht SAP, das um mehr als 2,6 Prozent auf 174,80 Euro rutschte. Händler führten die Bewegung auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Anstieg des Werts zurück. Die Titel hatten in den vergangenen vier Wochen rund 70 Prozent an Wert gewonnen. Infineon gaben nach einem Kurszuwachs von rund zwölf Prozent in der vergangenen Woche um vier Prozent ab. Beide Werte wurden am Mittwoch zudem von Investmentbanken herabgestuft. Im Einklang mit den übrigen europäischen Telekomwerten fiel die T-Aktie um 2,74 Prozent. Grund für die Schwäche in dem Sektor ist Händlern zufolge das Vorhaben der britischen Vodafone, neue Aktien im Gesamtwert von umgerechnet rund 9,4 Milliarden Mark auszugeben, um Zukäufe in Fernost zu finanzieren.

Auf der Gewinnerseite standen BMW, die um mehr als fünf Prozent auf 39,30 Euro anzogen. Händler führten den Anstieg auf einen gestiegenen Absatz auf dem amerikanischen Markt zurück. Das Nebenwertesegment MDax schloss 0,14 Prozent höher auf 4622,31 Zählern.

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