Neuer Mehrheitseigner verkauft eigene Firma an das Unternehmen
Aktionäre wittern Skandal bei Adori

Aktionäre der Regensburger Adori AG befürchten, dass ihre Gesellschaft vom neuen Großaktionär geschädigt worden ist.

hof FRANKFURT/M. Stein des Anstoßes ist der Verkauf der Arctel AG an Adori, denn Verkäufer bei der Transaktion Anfang Mai war der neue Adori-Großaktionär, die SPS Vermögensverwaltungsgesellschaft GmbH. Der Verkauf könnte nach Befürchtungen der Aktionäre dazu gedient haben, der Adori Liquidität zu entziehen, da über den Kaufpreis bislang Stillschweigen bewahrt wird.

SPS hatte die Arctel AG erst kurz zuvor aus der Arctel GmbH & Co. KG, die das Unternehmen von Mannesmann Arcor gekauft hatte, und zwei weiteren Firmen zusammen geschlossen. Die Hauptversammlung Ende Juni soll nun diese Transaktion rückwirkend genehmigen. Dem will sich die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) widersetzen. SdK-Vertreter Christoph Öfele wird heute Gegenantrag gegen den entsprechenden Tagesordnungspunkt stellen. Nach Angaben von Arcor verfügte die Arctel GmbH beim Verkauf an SPS über keinen einzigen Mitarbeiter mehr. Nun hat das Folgeunternehmen Arctel AG laut Einladung zur Hauptversammlung ein Grundkapital von 22 Mill. Euro. Aktionäre ziehen daraus Rückschlüsse auf einen überhöhten Kaufpreis und fordern ein detailliertes Wertgutachten.

Bereits in der letzten Woche hatte die neue Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) der SPS Vermögensverwaltung ein Pflichtangebot an die freien Aktionäre über 2,50 Euro je Adori-Aktie untersagt - der erste Fall dieser Art überhaupt. Begründet wurde dies damit, dass die Finanzierung nicht gesichert sei. Damit ruht auch das Stimmrecht der SPS. Bei SPS war niemand für eine Stellungsnahme zu erreichen. Unter der in den offiziellen Meldungen angegebenen Telefonnummer meldet sich die Frankfurter Anwaltskanzlei Coudert-Schürmann, die jede Auskunft verweigert.

Quelle: Handelsblatt

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