Neuer Personalvorstand berufen
Neuer Audi-Chef kann in die Vollen gehen

Volkswagen hat die Position von Audi im Konzernverbund gestärkt. Der Aufsichtsrat genehmigte am Wochenende Investitionen in Rekordhöhe. Im Kampf gegen BMW erhöht sich damit der Spielraum für den neuen Audi-Chef Martin Winterkorn, der an diesem Freitag Franz-Josef Paefgen ablösen wird.

mwb MÜNCHEN. Der Automobilhersteller Audi will der schwachen Branchenkonjunktur mit einer Produktoffensive begegnen. Der Aufsichtsrat der erfolgreichsten VW-Tochter hat am Freitag das Investitionsprogramm für die nächsten fünf Jahre (bis 2006) auf 11,5 Mrd. Euro aufgestockt. Die bisherige Planung hatte im Zeitraum von 2001 bis 2005 rund 8,7 Mrd. Euro vorgesehen. Rund zwei Drittel der Investitionen sollen in neue Produkte fließen, teilte das Unternehmen mit. Ende des Jahres kommt das neue Flaggschiff A 8 auf den Markt, spätestens 2004 dürfte das zweite Spitzenmodell A 6 folgen und 2006 dann das Mittelklassemodell A 4, das "Brot und Butter-Auto" Audis.

Die Ingolstädter nehmen damit die Herausforderung des Münchner Konkurrenten BMW an, der sich die Entwicklung neuer Modelle 10 Mrd. Euro kosten lässt und weitere 16 Mrd. Euro in die Produktion investieren will. Beide bayrischen Hersteller haben 2001 trotz schwacher Branchenkonjunktur ein Rekordjahr bei Umsatz und Ertrag hingelegt. Grund dafür ist, dass die hochpreisigen Auto-Segmente nicht so konjunkturempfindlich sind wie der Massenmarkt und höhere Margen für die Hersteller haben. "Die Konzernmutter VW investiert bei Audi stärker, weil sie sich eine höhere Kapitalrendite als bei anderen Konzernmarken verspricht", sagt auch Hypo-Vereinsbank-Analyst Albrecht Denninghoff.

Dem neuen Audi-Chef Martin Winterkorn, der das Amt an diesem Freitag von Franz-Josef Paefgen übernimmt, verschaffen die Rekordinvestitionen einen Handlungsspielraum, von dem sein Vorgänger nur träumen konnte. VW-Konzernchef Ferdinand Piëch hatte Audi im Sommer 2001 "Stillstand" vorgeworfen und damit die Ablösung Paefgens eingeleitet, obwohl Audi sechs Rekordjahre in Folge hingelegt hatte. Paefgen wird am Donnerstag ein letztes Mal die Audi-Bilanz vorlegen und danach die Verantwortung für die Marke Bentley, die Motorsportaktivitäten sowie die Konzernforschung übernehmen.

Mehr Chancen als Risiken

Mit Spannung wird der neue Auftritt von Audi erwartet. Denn Walter Maria de Silva übernimmt ab 1. März die Disign-Verantwortung für die neue Markengruppe Audi, zu der noch Seat und Lamborghini gehören. De Silva hatte maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Wiederbelebung von der Fiat-Tochter Alfa Romeo und war vor gut zwei Jahren zu Seat gewechselt.Zudem steht die Entscheidung zur Erweiterung der Kapazitäten an. Ein neues Audi-Werk wird es nach Angaben aus dem Konzern nicht geben. Vielmehr ist daran gedacht, Überkapazitäten im VW-Konzern für die Audi-Produktion zu nutzen. "Unser Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu halten", sagte ein Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrates. Ihn stimmt optimistisch, dass fast 90 % des Investitionsprogramms auf das Inland entfallen.

Bei Audi hatte es zuletzt große Unruhe über die künftige Rolle im Konzern gegeben. Betriebsratschef Xaver Meier hatte die Belegschaft zu beruhigen versucht: "Ich sehe in der Neustrukturierung mehr Chancen als Risiken". Das Investitionsprogramm scheint ihn zu bestätigen. Zufrieden sind die Arbeitnehmer auch mit dem neu berufenen Personalvorstand Horst Neumann, 52, der in seiner Karriere auch schon die Wirtschaftsabteilung beim Vorstand der IG Metall leitete. Der Arbeitsdirektor der Thyssen Krupp Elevator löst ab 1. Juli Andreas Schleef ab, der neuer Seat-Chef wird.

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