Neuer Platzhirsch der Internetforschung entsteht - Forrester und Nielsen geraten unter Druck
Media Metrix schluckt Jupiter Communications

Die einen messen nur die Quoten - die anderen raten den Anbietern, was Quoten bringt. Nun gehen sie zusammen. Die Fusion der Forschungsdienste Jupiter Communications und Media Metrix schafft eine bislang einzigartige Kombination.

jgo DÜSSELDORF. Das Internet-Marktforschungs-Institut Media Metrix fusioniert mit Jupiter Communications zum weltweit führenden Unternehmen der Branche. Wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, wird das neue Unternehmen, das "Jupiter Media Metrix" heißen soll, einen Marktwert von mehr als einer Mrd. $ erreichen. Media Metrix hat - wie Jupiter Communications - seinen Hauptsitz in New York. Das Unternehmen gilt als Marktführer und Pionier bei der Internet-Nutzungsmessung. Als Mehrheitsgesellschafter unterhält Media Metrix Partnerschaften mit den Marktforschungsinstituten Sifo Group (Schweden), GfK AG (Deutschland) und Ipsos SA (Frankreich). Im April 1999 ging das Joint Venture MMXI Europe an den Start

Jupiter Communications ist ein Marktforschungsinstitut, das seine Analysen zumeist auf Abonnement-Basis anbietet. Im Gegensatz zu Media Metrix, das Rohdaten ermittelt, hat sich Jupiter Communications auf qualitative Analysen, Empfehlungen und Prognosen konzentriert.
Der Fusionsvereinbarung zufolge, erhalten die Anteilseigner von Jupiter 0,946 Anteile von Media Metrix für jeden Jupiter-Anteil. Gegenüber dem Aktienpreis von gestern erhalten die Jupiter-Aktionäre einen Aufschlag von 16 Prozent. Das Plazet der Behörden und die Zustimmung der Anteilseigner stehen nach Unternehmensangaben noch aus. An der Nasdaq soll das neue Unternehmen als "MMXI" gehandelt werden.

Die Fusion setzt vor allem die Konkurrenten Forrester Research und Nielsen NetRatings unter Druck, die schon jetzt hinter Media Metrix zurück liegen.

Erfolgskontrolle und Erfolgsrezepte aus einer Hand

Thomas Pauschert, Managing Director von MMXI Deutschland, hält die Zusammenarbeit für bestechend. "Unsere Tätigkeiten überlappen sich nicht. Wir betreiben keine Beratung, geben keine Empfehlung. Genau hier setzt Jupiter Communications an. In Zukunft können wir unseren Kunden ganz neue Dienstleistungen anbieten, ohne unsere Marktneutralität zu gefährden." Pauschert rechnet mit einer gut funktionierenden Zusammenarbeit, da Jupiter Communications schon zuvor von Media Metrix einen privilegierten Zugang zu den Daten erhalten habe. Dass nun die Unternehmensberatung McKinsey, die bislang ebenfalls weltweit auf die Daten zugreifen kann, nach einem neuen Partner Ausschau halten könnte, glaubt Pauschert nicht. Seiner Auffassung nach wird unter der Kooperation auch die Glaubwürdigkeit der Media-Metrix-Daten keinen Schaden nehmen. Ein klares Branding, also eine Abgrenzung durch Markenbildung, werde verhindern, dass die derzeit 1700 Kunden Anstoß daran nehmen könnten, dass in Zukunft Rohdaten und Empfehlungen aus einer Quelle kommen, ist er überzeugt.

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