Neuer Präsident Kongos schließt erste Auslandsreise ab
Kabila bekräftigt Bereitschaft zu Friedensverhandlungen

Der neue kongolesische Präsident Joseph Kabila hat seine Bereitschaft bekräftigt, den Bürgerkrieg in seinem Land zu beenden. In Gesprächen mit der belgischen Regierung kündigte er am Samstag zum Abschluss seiner ersten Auslandsreise an, er werde in den nächsten Tagen "Treffen mit allen betroffenen Seiten" vorbereiten. Er hoffe auch auf einen "innerkongolesischen Dialog" mit Beteiligung der Opposition. Kabila traf mit Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt, Außenminister Louis Michel und König Albert II. zusammen.

ap BRÜSSEL/NEW YORK. Verhofstadt rief seinen Besucher dazu auf, sich bei den anstehenden Gesprächen unter UN-Vermittlung am 22. und 23. Februar dem Frieden zu verpflichten. Es sei nun an den Vereinten Nationen, die Initiative zu ergreifen und alle Konfliktparteien an einen runden Tisch zu bringen. "Wir sollten Druck auf alle ausüben, dem Folge zu leisten und eine Lösung zu finden", sagte Verhofstadt. Michel erklärte, viele Länder hätten ein Interesse an der Beendigung des Bürgerkriegs in Kongo. "Alle Initiativen laufen parallel und in strikter Absprache mit den Amerikanern, den Franzosen und der Europäischen Union", sagte er.

Am Vortag hatte Kabila vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York um eine zügige Entsendung von UN-Militärbeobachtern in sein Land gebeten und eine Präsidentenwahl in Aussicht gestellt. Er versprach eine Politik "des Dialogs und der Versöhnung" mit der Opposition und den Rebellen. Die Botschafter des Sicherheitsrates äußerten die Bereitschaft, die Entsendung der Beobachtertruppe voranzutreiben. Voraussetzung sei allerdings die Einhaltung des Waffenstillstands und der Abzug der ruandischen und ugandischen Truppen.

Kabila rief die UN am Freitag auch zur Unterstützung bei der Vorbereitung einer Präsidentenwahl auf. Einen Termin für die "freien und transparenten Wahlen" nannte er nicht. Die Wahl werde abgehalten, wenn der Frieden wiederhergestellt sei und nachdem ruandische und ugandische Truppen Kongo verlassen hätten.

Ermittlungen zu Attentat

Auf einer Pressekonferenz erklärte Kabila auf Fragen von Journalisten, der Mord an seinem Vater Laurent Kabila am 16. Januar werde derzeit untersucht. Ein seinem Vater nahe stehender Leibwächter habe drei Schüsse auf den Präsidenten in dessen Büro abgegeben. Bei seiner Flucht sei der Attentäter selbst erschossen worden. Seine Regierung versuche die Hintergründe des Anschlags herauszufinden, sagte der Sohn und Amtsnachfolger des Ermordeten. Er könne nicht ausschließen, dass fremde Mächte darin verwickelt seien. Er rechne in zwei bis drei Wochen mit Ergebnissen der Ermittlungen.

Ruanda und Uganda unterstützen die Rebellen, die gegen die Regierung Laurent Kabila kämpften. Angola, Namibia und Simbabwe unterstützen dagegen die Regierungstruppen. Alle Beteiligten unterzeichneten 1999 in Lusaka in Sambia eine Waffenruhe und sind seither weitere ähnliche Abkommen eingegangen. Verstöße gegen diese Abkommen und von Laurent Kabila aufgebaute Hindernisse haben jedoch bislang die Entsendung der rund 5 500 Mann starken UN-Beobachtertruppe verhindert.



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