Neuer Prozessor vereinigt drei Funktionen auf einem Chip: Intel drängt auf den Markt für Handy-Chips

Neuer Prozessor vereinigt drei Funktionen auf einem Chip
Intel drängt auf den Markt für Handy-Chips

Der kalifornische Chiphersteller Intel versucht, mit Hilfe des multifunktionalen Handy-Chips "Manitoba" (offizieller Modellname: PXA800F) seine Position auf dem Markt für Mobilfunk-Chips auszubauen. Mit einem Anteil von über 80 % am Markt der PC-Chips, hat Intel den Computer-Markt zwar fest im Griff. Als Chip-Lieferant für Mobilfunk-Handys konnte sich Intel, von speziellen Speicherchips abgesehen, allerdings noch keinen Namen machen.

ruk MÜNCHEN. Mit dem neuen Chip setzt der Branchenprimus auf die rasch wachsende Datenflut, die Mobilfunktelefone der nächsten Generation bewältigen müssen. Fachleute sehen in dem Chip, der drei wichtige Funktionsbereiche in sich vereinigt, den Start zu einem intensiven Wettbewerb auf dem Mobilfunkchip- Markt, der bisher von den Unternehmen Texas Instruments (TI), Motorola, National Semiconductor (NatSem) oder Qualcomm beherrscht wird.

Angesichts eines weitgehend gesättigten PC-Markts hat Intel sich schon seit Jahren systematisch darauf vorbereitet, eine führende Rolle als Lieferant von Mobilfunktechnik einzunehmen. "Geräte drahtloser Kommunikationstechnik sind für uns ein wichtiger Zielmarkt", betonten die verantwortlichen Intel-Manager Stan Smith und Hans Geyer auf der Mobilfunkmesse 3GSM World in Cannes.

Nach Angaben des Marktforschungsinstituts IDC wurden 2002 etwa 136 Mill. PC und 400 Mill. Handys abgesetzt. Für 2006 rechnen die Marktforscher aus Framingham, Massachusetts, mit 192 Mill. PC und 600 Mill. Handys. Wie viele der Mobilfunkgeräte davon zur lukrativen Business-Class oder Multimedia-Gruppe gehören, ist noch stark umstritten.

Intels Manitoba-Prozessor für Mobiltelefone integriert Rechnerfunktionen, Kommunikationstechnik und einen Flash-Speicher auf einem einzigen Chip. Das bedeutet eine erhebliche Platzeinsparung, waren doch dazu bisher drei getrennte Chips notwendig. Auch TI und Motorola haben bereits Chips mit zwei integrierten Funktionen im Angebot. Einen Konkurrenzchip zum Manitoba will TI im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Ein weiterer Vorteil: Die Intel-Chips können laut Smith mit unterschiedlichen Betriebssystemen arbeiten.

Der aggressive Preis des neuen Intel-Chips von etwa 35 $ könnte nach Ansicht von Marktbeobachtern neue Handy-Hersteller auf den Plan rufen. Sie profitieren von einem neuen Trend: In jüngster Zeit haben Anbieter wie T-Mobile, Vodafone oder Orange vermehrt angekündigt, Geräte unter eigener Marke zu verkaufen und damit in Konkurrenz zu den großen Handy-Marken von Nokia, Siemens und Samsung zu treten. Außerdem haben sich Branchenkreisen zufolge eine Reihe asiatischer Hersteller wie Maxon Telecom, Ltd., Mitac International, Winstor und Hitachi vergangene Woche auf der Mobilfunkmesse in Cannes für Intel-Prozessoren als Grundlage zukünftiger datenfähiger Mobiltelefone entschieden.

Neben dem Engagement bei Handy-Chips arbeiten Intel-Entwickler verstärkt daran, Notebooks und öffentliche Funknetzwerke, so genannte "Wireless LAN", kompatibel zu machen. Hier arbeitet Intel mit Hotels, Telekommunikations- Dienstleistern und Handelsketten öffentliche Netzwerke auf Intels neue Mobiltechnik in tragbaren Computern abzustimmen.zusammen.

Quelle: Handelsblatt

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