Neuer Regierungschef spricht sich für Eingreifen bei Konflikten aus
Koizumi will Japans Rolle in der Außenpolitik stärken

ap TOKIO. Der neue japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi hat eine aktivere Rolle seines Landes in der Außenpolitik angekündigt. Er sei dafür, dass Tokio stärker in internationale Konflikte eingreifen, sagte Koizumi am Freitag auf seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Wahl am Tag zuvor. Der neue Regierungschef bezog sich dabei auf das japanisch-amerikanische Sicherheitsverhältnis.

Wenn die USA in der Region angegriffen würden, könnte Japan kaum untätig daneben stehen, erklärte Koizumi. Die Beziehung Japans zu den USA nannte er den Eckstein für die Stabilität im asiatisch-pazifischen Raum. Er bemühte sich zugleich, Befürchtungen von Nachbarländern, die auf Koizumis Forderung nach einer stärkeren Rolle der Streitkräfte verärgert reagierten, zu zerstreuen. Sein Land müsse die Lektionen aus der imperialistischen Vergangenheit ziehen und sicherstellen, dass es nie wieder einen Krieg beginne, betonte er. "Um den Frieden zu sichern, müssen wir mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten", sagte er.

Er wiederholte jedoch den Vorschlag, die Selbstverteidigungskräfte in Japan möglicherweise per Verfassungsänderung in Armee umzubenennen. Innenpolitisch muss sich Koizumi vor allem der Herausforderung stellen, die seit elf Jahren andauernde Wirtschaftskrise zu überwinden. Japanische Zeitungen meldeten unterdessen, das der hoch angesehene Notenbankchef Masaru Hayami zurücktreten wolle. Ein Grund wurde nicht genannt. Zuvor war jedoch über einen Streit Hayamis mit Koizumis Liberaldemokratischer Partei (LDP) über eine Erhöhung der Zinssätze berichtet worden.

Koizumi zeigte sich am Freitag dennoch zuversichtlich. "Wir müssen mit der strukturellen Reform bei Null beginnen", erklärte er. Er unterstrich auch, dass er die Privatisierung der Post vorantreiben wolle. Mit diesen Plänen ist er innerparteilich auf starken Widerstand gestoßen.

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