Neuer „Schumi“-Grill
Extrem-Hitze schafft Fans und Promis

Heiß, heißer, Hockenheim: Über 100 000 Zuschauer schwitzten am Sonntag in der Formel-1-Sauna, doch vielen wurde die Mörderhitze einfach zu viel. Die Sanitäter waren beim Großen Preis von Deutschland im Großeinsatz. Sogar die gut trainierten Piloten suchten immer wieder Kühlung.

HB/dpa HOCKENHEIM. "Das Rote Kreuz hat ein Riesenproblem", berichtete Polizeisprecher Dieter Klumpp, der sich an derartig viele Hitze-Opfer in der Vergangenheit nicht erinnern konnte. Über 400 Menschen mussten am Wochenende bei Temperaturen um die 35 Grad im Schatten von den Sanitätern versorgt werden, davon nach Angaben von Einsatzleiter Klaus Landwehr über 200 wegen Kreislaufproblemen. "Die Leute, die in der Sonne sitzen, trinken einfach zu wenig", sagte er.

Nach seinen Angaben waren 159 Helfer in der so genannten Außenbetreuung eingesetzt. Neben Menschen mit Kreislaufbeschwerden mussten auch viele Besucher, die sich in Plastiksandalen Blasen gelaufen hatten, behandelt werden, so Landwehr. Die Helfer selbst lösten sich im Schichtdienst ab. Das Rote Kreuz war mit 33 Ärzten, über 200 Sanitätern und 16 Rettungswagen vor Ort.

Der echte Formel-1-Fan ließ sich das Renn-Erlebnis trotz der Gluthitze nicht verderben. Manuela Düvel, die auf dem Campingplatz ein schattiges Plätzchen gefunden hatte, meinte gelassen: "Das nimmt man in Kauf." Sauber-Pilot Heinz-Harald Frentzen konnte noch scherzen: "Man kann nichts machen. Klima-Anlage ist nicht erlaubt, und Cabrio fahren wir schon." Die Prominenz kam ebenfalls wie üblich ins Fahrerlager: Gesichtet wurden unter anderem Thomas Gottschalk, Sarah Connor, die No Angels oder auch die FC-Bayern-Profis Giovane Elber und Claudio Pizarro.

An der Hitze dürfte es nicht gelegen haben, dass der 120 000 Plätze große Hockenheimring nicht ganz voll wurde. "Es war schon mal leichter, Tickets abzusetzen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Die Folgen der Rezession sind sichtbar, die Formel 1 wirbt mittlerweile massiv um ihre Fans. In Hockenheim mit Erfolg: Über eine Viertelmillion Besucher wurden in drei Tagen gezählt. "Wichtig ist, dass sich die Formel 1 mit ihren Zuschauern befasst", so Haug.

Die Stuttgarter gaben sich große Mühe, ihre Gäste auf der Mercedes-Tribüne zu unterhalten. Die No Angels traten auf, Haug und die Fahrer kamen zu den Fans, die sich abseits vom Grand-Prix- Geschehen mit einer Miniatur-Rennbahn vor den Tribünen-Eingängen vergnügen konnten. In den bis zu 3200 ? teuren VIP-Bereichen des Baden-Württemberg-Centers und der Mercedes-Tribüne wurden sie gut klimatisiert verköstigt.

Für die Fans auf den Campingplätzen hingegen dürfte aus kulinarischen Gesichtspunkten eher der neueste Renner aus der Weltmeister-Kollektion von Interesse sein. Passend zur Grillsaison kam der "Michael-Schumacher-Holzkohlengrill", so Manager Willi Weber, auf dem Markt, ergänzt mit standesgemäßen Campingtisch und-Stühlen sowie einem Sonnenschirm.

Das Volk draußen feierte hitzige Nächte mit Grillfeten auf dem Parkplatz, Feuerwerk und vielen, vielen Getränken. Auf Grund des Alkoholkonsums flogen zuweilen die Fäuste unter den rund 25 000 Campern. "Wir mussten letzte Nacht ein paar Mal eingreifen", sagte ein Polizeisprecher. Auffällig war auch die große Zahl von 53 Diebstählen bis Sonntag früh.

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