Neuer Streit mit USA: Peking reagiert vorsichtig auf Wanzen-Affäre

Neuer Streit mit USA
Peking reagiert vorsichtig auf Wanzen-Affäre

Die chinesische Regietung reagiert zurückhaltend auf westliche Medienberichte, nach denen die neue Boeing von Chinas Staatspräsident Jiang Zemin mit US-Wanzen übersät sei.

mg PEKING. Die "Washington Post" und die "Financial Times" hatten berichtet, in der im September an China ausgelieferten Boeing 767 seien bei einem Testflug seltsame Signale aufgefallen. Eine Überprüfung habe mindestens 27 satellitengestützte Wanzen, darunter im Waschraum und im Bett des Präsidenten, zum Vorschein gebracht. Jiang Zemin soll getobt haben, als er davon erfuhr.

In den USA sagte am Wochenende der Sprecher des Weißen Hauses, Taylor Gross, "wir äußern uns zu derartigen Beschuldigungen nie." Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking wollte nicht bestätigen, ob die Berichte zutreffend sind.

Verrat in eigenen Reihen befürchtet

Ein Grund für die Zurückhaltung könnte sein, dass Peking Verrat in den eigenen Reihen fürchtet. Mindestens 20 Luftwaffen-Offiziere werden angeblich derzeit verhört. Zwei Offizielle der China Aviation Supplies Export and Import Corp, CASC, die für das Land als Käufer ziviler Jets auftritt, werden festgehalten und vernommen. Abgesandte Chinas hatten den Bau des Flugzeugs bei Boeing in Seattle sowie die Umrüstung des Jets bei einem Spezialunternehmen in San Antonio gründlich inspiziert.

Experten erwarten, dass der jüngste Spionagevorfall zwischen China und den USA keinen dauerhaften Einfluss auf die bilateralen Beziehungen haben wird. Die Wanzen wurden entdeckt, bevor das neue Flugzeug - Chinas Version der US Airforce One - zum Einsatz kam. Doch in genau einem Monat wird US-Präsident George W. Bush zu einem Staatsbesuch in China erwartet. Bush wird unter anderem mit Jiang über den weltweiten Kampf gegen den Terror, die Lage in Zentralasien sowie Taiwan und den Aufbau eines Raketenschildes sprechen.

Im April 2001 ließ der Zusammenstoß eines US-Spionageflugzeugs und eines chinesischen Kampfjets über dem Süden Chinas die Beziehungen zwischen beiden Ländern auf einen neuen Tiefpunkt fallen.

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