Neuer Streit über Kooperationsvereinbarungen
France Télécom über Mobilcom verstimmt

Einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung der Mobilcom AG, Büdelsdorf, haben sich die Fronten zwischen dem Vorstandschef und Großaktionär, Gerhard Schmid, und dem zweitgrößten Anteilseigner, France Télécom, weiter verhärtet. Mobilcom drängt den französischen Vertragspartner dazu, die bislang vertrauliche Kooperationsvereinbarung so schnell wie möglich zu veröffentlichen.

abo/lip PARIS/HAMBURG. Doch diese vehemente Forderung hat den französischen Telekomkonzern erheblich verstimmt: "Wer zuerst den Vertrag veröffentlicht, ohne die Erlaubnis des anderen Partners einzuholen, findet sich vor Gericht wieder", erklärt ein France-Télécom-Manager. Dies sei dem Mobilcom-Chef auch bewusst, heißt es bei France Télécom. Doch Schmid erwecke mit seiner wiederholten Forderungen, den Kooperationsvertrag publik zu machen, den Eindruck, die Franzosen spielen ein undurchsichtiges Spiel, um ihre eigenen Interessen zu wahren.

Ein Mobilcom-Sprecher weist die Vorwürfe zurück: Das Büdelsdorfer Unternehmen bemühe sich seit Tagen um eine schriftliche Zustimmung von France Télécom. Mobilcom will mit der Kooperationsvereinbarung belegen, dass sich France Télécom ihren Zahlungsverpflichtungen für den Aufbau des neuen Mobilfunkstandards UMTS nicht entziehen kann.

Die Auseinandersetzung zwischen dem Büdelsdorfer Mobilfunkanbieter und dem französischen Telekomkonzern ist vor mehr als Wochen offen ausgebrochen. Beide Unternehmen streiten über die Höhe der Mobilcom-Investitionen in UMTS. France Télécom will weniger Geld ausgeben als die Mobilcom-Geschäftspläne vorsehen. Der Pariser Konzern versucht, seine Schulden von etwa 50 Mrd. Euro zu senken. Mobilcom geht dagegen davon aus, dass France Télécom den Aufbau des UMTS-Netzes in Deutschland mit bis zu 10 Mrd. Euro unterstützen muss. Dies sei vertraglich vereinbart.

Unterdessen haben sich Gerüchte um einen Einstieg des Hongkonger Konzerns Hutchison Whampoa bei der am Neuen Markt notierten Mobilcom AG nicht bestätigt. Dennoch legte der Aktienkurs im Tagesverlauf um 4 % auf 13,83 Euro zu.

In Schleswig-Holstein sorgen sich unterdessen die Landespolitiker um die Zukunft der Mobilfunkfirma. Danach will die rot-grünen Landesregierung in einer vertraulichen Ausschuss-Sitzung in den nächsten Tagen die Situation des Unternehmens mit seinen 6000 Mitarbeitern beraten.

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