Neuer Tarifvertrag für 55 000 Beschäftigte
Tarifkonflikt bei Lufthansa beigelegt

Der neue Tarifvertrag sieht eine um 3,5 % erhöhte Grundvergütung vor. Für 2000 erhält die Belegschaft eine Sonderzahlung außerdem einen Bonus in Höhe von 10 % des Monatsgehaltes.

dpa FRANKFURT. Der Tarifkonflikt bei Lufthansa ist nach bundesweiten Warnstreiks beigelegt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi einigte sich am Samstagabend mit der Fluglinie auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 55 000 Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals.

Die Vereinbarung sieht eine Erhöhung der Grundvergütungen um 3,5 % bei einer Laufzeit von 14 Monaten vor. Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt 2,6 % angeboten. Für 2000 erhält die Belegschaft zudem eine Sonderzahlung von 1 100 DM sowie einen Bonus in Höhe von 10 % eines Monatsgehaltes. Mit der in Seligenstadt bei Frankfurt erzielten Einigung, die noch von den zuständigen Gremien abgesegnet werden muss, sind auch die Warnstreiks beendet.

Tarifstreit für Piloten und Copiloten dauert an

Unterdessen dauert der Tarifstreit für die rund 4 200 Piloten und Copiloten zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit an. Die Pilotenvereinigung hatte nach den erfolglosen Verhandlungen vom Donnerstag ein besseres Angebot gefordert und Warnstreiks in Aussicht gestellt. Die dritte Verhandlungsrunde war ohne neuen Termin beendet worden

.

Gewerkschaftssprecher Andreas Heß bewertete vor allem die erzielte Rahmenvereinbarung über eine Bestandssicherung als bedeutsam. Sie sieht vor, dass bestehende tarifliche Vereinbarungen für 19 Monate bis Ende 2002 verlängert werden. Dies bedeutet, dass bei möglichen Umstrukturierungen im Lufthansa-Konzern oder Auslagerungen einzelner Unternehmensbereiche die Belegschaften zunächst abgesichert sind.

Beschäftigte werden angemessen am Erfolg des Konzerns beteiligt

"Das ist für die Beschäftigten ein außerordentlich hohes Gut. Das ist ein psychologisch und finanziell bedeutender Wert", sagte Heß am Sonntag in Frankfurt. Lufthansa-Verhandlungsführer Stefan Lauer sprach von einem Abschluss, der die Beschäftigten "angemessen am Erfolg des Unternehmens beteiligt". Da die Laufzeit des neuen Tarifvertrages 14 Monate beträgt, ergebe sich auf Jahressicht eine rechnerische Erhöhung der Entgelte von 3,0 %.

Am Freitag hatten die bundesweiten Warnstreiks mehrerer tausend Mitarbeiter zu massiven Behinderungen an den Flughäfen geführt. Insgesamt 75 innerdeutsche und europäische Flüge fielen aus, 7 000 Passagiere waren davon betroffen. Etwa 10 000 Beschäftigte hatten an Schaltern, in Technik und Verwaltung für drei Stunden die Arbeit niedergelegt.

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