Neuer Tarifvertrag in Kanada
Daimler-Chrysler droht Streik

Daimler-Chrysler droht wegen eines Streits über die Sicherung von Arbeitsplätzen und einen neuen Tarifvertrag ab Mitternacht ein Streik der kanadischen Autoarbeitergewerkschaft CAW (Canadian Auto Workers).

HB/dpa TORONTO. Weiterer Streitpunkt ist eine Autofabrik in Windsor (Provinz Ontario), die im Sommer nächsten Jahres geschlossen werden soll. Dort werden Dodge-Ram-Vans gebaut. Durch die geplante Schließung sind 1100 Stellen gefährdet. Daimler-Chrysler habe kein neues Modell für das Werk.

CAW-Präsident Buzz Hargrove nannte die Haltung von Daimler-Chrysler "einen Schlag ins Gesicht". Hargrove geht nach Angaben der Online- Ausgabe des "Wall Street Journal" mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit von einem Streik aus. Das Unternehmen habe angeboten, bis zu 65 Prozent der Mitarbeiter aus Windsor auf Stellen in einem in der Nähe gelegenen Werk umzusetzen. Die Offerte sei jedoch an verschiedene Bedingungen geknüpft, und die Arbeitsbeschaffungs-Vorteile seien unklar. Daimler-Chrysler verfügt in Brampton (Ontario) über eine Fabrik in der Pkw gebaut werden.

Daimler-Chrysler beschäftigt in Kanada insgesamt rund 12 800 Gewerkschaftsmitglieder. Ein Fließband-Arbeiter verdient rund 27,70 kanadische Dollar pro Stunde. Die Gewerkschaft hat bereits mit General Motors und Ford neue dreijährige Tarifverträge ausgehandelt. Die Arbeitnehmer erhalten dabei in den ersten zwei Jahren jeweils drei Prozent Lohnerhöhung und im dritten Jahr zwei Prozent mehr Lohn. Hinzu kommen ein Abschlussbonus von 1000 kanadischen Dollar sowie weitere Leistungen. Daimler-Chrysler ist offensichtlich bereit, die gleichen Zuschläge zu zahlen, verlangt aber von der Gewerkschaft auch Zugeständnisse im Hinblick auf Arbeitsplatzregeln.

Einige Chrysler-Modelle werden nur in Kanada produziert, doch hat die CAW nicht den gleichen Einfluss auf Daimler-Chrysler wie auf General Motors und Ford, die einige ihrer wichtigsten Modelle und Autoteile in Kanada bauen. Außerdem hatte Daimler-Chrysler zwölf Wochen Produktionsunterbrechung eingeplant, um der fallenden Nachfrage Rechnung zu tragen.

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