Neuer Termin: Februar
Bayer verschiebt US-Börsengang

Die Bayer AG verschiebt ihren für den 26. September geplanten Gang an die Wall Street. Bayer zieht damit eine erste Konsequenz aus der Krise um das Medikament Lipobay und die heftige Kritik an der Informationspolitik des Konzerns.

agr/sm LEVERKUSEN/BERLIN. Außerdem sieht sich Bayer inzwischen einer Reihe von Schadensersatzklagen in den USA gegenüber. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern hatte das Cholesterinpräparat, das mit dem Tod von 52 Menschen in Verbindung gebracht wird, am 8. August aus dem Markt genommen. "Die Rahmenbedingungen für unseren Börsengang haben sich in den vergangenen Tagen erheblich verändert", kommentierte Bayer-Chef Manfred Schneider die Entscheidung. Das Unternehmen will nun zunächst seine Pharma-Strategie überarbeiten, um dann einen neuen Anlauf an der Wall Street zu nehmen. Eine Ausgliederung der Pharma-Sparte wird damit immer wahrscheinlicher. Als neuen Termin für den Gang an die New York Stock Exchange nannte Bayer Anfang Februar 2002.

Die Bundesregierung hat die Informationspolitik von Bayer unterdessen scharf kritisiert. Mit zweimonatiger Verspätung und erst auf Anfrage habe Bayer der Arzneimittel-Aufsichtsbehörde am 10. August eine Studie übergeben, die neue Erkenntnisse über schwer wiegende Risiken enthielt, kritisierte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder in Berlin. Nun drohe dem Konzern ein Bußgeld. Schröder bemängelte zudem, dass Bayer die Finanzmärkte noch vor der Arzneimittelaufsicht über die Marktrücknahme informiert habe. Berlin will nun als Konsequenz die Arzneimittelaufsicht verschärfen.

Bayer wehrte sich gegen die Vorwürfe. Man habe die deutschen Behörden bereits Ende April mit allen wichtigen Informationen versorgt. Die Bayer-Aktie gehörte erneut zu den großen Verlierern und gab um mehr als 6 % nach.

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