Neuer Verdachtsfall
Maul- und Klauenseuche hält Großbritannien im Griff

Die Maul-und Klauenseuche hat nun fast alle Teile Großbritannien erfasst. Nach offiziellen Angaben vom Dienstag sind jetzt 16 Viehhaltungsfarmen, Schlachthöfe und Fleischverarbeitungsbetriebe von der Seuche betroffen. Erstmals wurde auch in Wales ein Fall bestätigt. Vor diesem Hintergrund rief Premierminister Tony Blair zuständige Minister am Dienstagnachmittag zu einer Krisensitzung zusammen. Die Lage sei "sehr ernst", sagte ein Sprecher Blairs.

dpa LONDON/PARIS/BRÜSSEL. Das wegen der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien von der EU- Kommission verhängte umfassende Ausfuhrverbot wird bis zum 9. März verlängert. Dies entschied der Ständige Veterinärausschuss der Europäischen Union am Dienstag nach Angaben aus dem Büro von EU- Verbraucherschutzkommissar David Byrne in Brüssel. Zu gegebenem Zeitpunkt werde der Ausschuss dann erneut über eine mögliche weitere Verlängerung beraten, hieß es weiter.

Frankreich reagierte auf die Ausweitung am Dienstag mit der vorsorglichen Vernichtung von 20 000 aus Großbritannien importierten Schafen. Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Jean Glavany handelt es sich dabei um eine reine Vorbeugungsmaßnahme. Derzeit sei in Frankreich noch kein Fall der Seuche bekannt. Die Schafe waren seit dem 1. Februar importiert worden. 10 000 Tiere seien bereits geschlachtet, sagte Glavany. Ihre Kadaver würden nun vernichtet. Die zweite Hälfte werde ebenfalls getötet und vernichtet. Spanien ließ 540 aus England eingeführte Schweine notschlachten.

In Großbritannien wurde die Keulung infizierter Tiere auch am Dienstag fortgesetzt. Als ersten Schritt hatte die Regierung die Verbrennung von etwa 7 000 Rindern, Schafen und Schweinen angeordnet. Wie am Dienstag bekannt wurde, haben in der Woche vor dem am vergangenen Freitag verhängten totalen Transportverbot mehr als 25 000 Tiere landesweit Viehmärkte durchlaufen.

Park- und Zooanlagen geschlossen



Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Nick Brown wird erwogen, die Nutzung öffentlicher Wege in der Nähe von ländlichen Tierhaltungsfarmen gesetzlich zu untersagen. Um eine Ausweitung der Seuche zu verhindern, sind bereits zahlreiche Park- und Zooanlagen geschlossen worden. Auch ein Pferderennen wurde abgesagt. Die Jagd wurde landesweit verboten. Prinz Charles sagte am Dienstag einen Besuch in der Krisenregion Northumberland ab. Es sei wichtig, die Bewegungen auf dem Land auf ein Minimum zu beschränken. Das für den Menschen ungefährliche Virus kann unter anderem über Kleidung und Schuhe übertragen werden.

Wegen der Seuche ist auch eine für den 18. März geplante Großdemonstration von Bauern und Anhängern der Jagd in London von den Veranstaltern abgesagt worden. In den Medien wurde am Dienstag heftig darüber spekuliert, ob Premierminister Blair angesichts der landesweiten Krise seinen Plan durchsetzen kann, Anfang Mai Unterhauswahlen abzuhalten. Der Präsident des Bauernverbandes NFU, Ben Gill, hatte eine Verschiebung der Wahl gefordert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%