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Neuer Vertrag für Ralf Schumacher fixDPA-Datum: 2004-07-04 11:45:57

Magny-Cours (dpa) - Unfallopfer Ralf Schumacher kann bei einer erfolgreichen Klage gegen die Ärzte von Indianapolis mit einer Entschädigung in Höhe von maximal 1,25 Millionen Dollar rechnen.

Magny-Cours (dpa) - Unfallopfer Ralf Schumacher kann bei einer erfolgreichen Klage gegen die Ärzte von Indianapolis mit einer Entschädigung in Höhe von maximal 1,25 Millionen Dollar rechnen.

Willi Weber, der Manager des Formel-1-Piloten, erklärte in einem dpa-Gespräch, juristische Schritte wegen der nicht diagnostizierten Brüche zweier Brustwirbel seien geplant. «Ein deutscher Anwalt arbeitet daran. Wir brauchen noch verschiedene Unterlagen, unter anderem ärztliche Gutachten», sagte er in Magny- Cours. «Wenn wir Versäumnisse bei Ralfs medizinischer Behandlung im Methodist Hospital entdecken, klagen wir.»

Zudem teilte Weber mit, dass Schumachers neuer Vertrag fix sei, der Name des künftigen Teams aber frühestens am 8. Juli bekannt gegeben werde. «Alles ist in trockenen Tüchern. Mit Ralf ist für die nächsten Jahre alles perfekt», versicherte der gewiefte Geschäftsmann. Offensichtlich geht es nur noch um den besten Termin und die geeignetste Form, um Schumachers längst als sicher geltenden Wechsel von Williams-BMW zu Toyota während des Grand-Prix-Wochenendes in Silverstone offiziell zu verkünden.

Schumacher muss sich indes auf einen langen Prozess einstellen. «Ich schätze fünf Jahre», sagte die Rechtsanwältin Laura Crowley aus Indianapolis, die auf Klagen wegen medizinischer Fehlleistungen spezialisiert ist, der dpa. «Das ist egal, wir haben Zeit», stellte Weber klar. Dem Schumacher-Lager selbst bleiben zwei Jahre vom Unfalldatum 20. Juni an gerechnet, um Klage einzureichen.

Nach den Gesetzen des Bundesstaates Indiana hängt die Höhe einer möglichen Entschädigung davon ab, ob der Arzt versichert ist. Für versicherte Mediziner gelten 1,25 Millionen Dollar als maximal zu zahlende Summe, für unversicherte gibt es keine Obergrenze. «Diese Ärzte sind versichert», teilte Weber mit.

Wenn Schumachers Forderungen über 15 000 Dollar betragen - wovon auszugehen ist -, kann er nicht direkt vor Gericht ziehen, sondern muss sich zunächst an die Regulierungsbehörde der Versicherungen, das Department of Insurance, wenden. «Eine unabhängige, dreiköpfige Ärztekommission prüft den Fall und stellt fest, ob die Beschwerde des Patienten berechtigt ist oder nicht», sagte Crowley. Wenn ja, seien die Versicherungen in der Regel zu einer außergerichtlichen Einigung bereit.

Sollte die Kommission kein Fehlverhalten feststellen, kann der Betroffene dennoch Klage einreichen. Allerdings müsste Schumacher dann renommierte Mediziner finden, die bezeugen, dass die Arbeit des Arztes Schaden verursacht hat. «Wenn der Arzt Fehlverhalten einräumt und es geht nur um die Höhe der Entschädigung, entscheidet ein Richter», sagte Crowley. «Andernfalls kommt eine Jury zum Zuge.»

Während dieser sich anbahnende Rechtsstreit im Extremfall erst nach Schumachers Karriereende entschieden sein könnte, wird bezüglich seines künftigen Teams in den nächsten Tagen alles klar sein. «Man muss sich um Ralfs Zukunft keine Gedanken machen. Es ist ein langfristiger Vertrag», sagte Weber. Der Unfall vor zwei Wochen habe keinerlei Auswirkungen auf die Verhandlungen gehabt.

Es gilt längst als offenes Geheimnis, dass Schumacher Williams-BMW nach fünf Jahren verlässt und zu Toyota wechselt. Sein Kontrakt mit den Briten läuft nach dieser Saison aus. Bei dem in Köln ansässigen japanischen Team soll der 29 Jahre alte Kerpener angeblich 50 Millionen Euro für ein Drei-Jahres-Abkommen erhalten.

In Magny-Cours sickerte durch, dass Toyota in Silverstone einen Fahrer für 2005 benennen will. Schumachers aktueller Teamchef Frank Williams hatte zu dem angeblich schon fixen Wechsel gegenüber dpa erklärt: «Das ist möglich, aber ich will dazu nichts sagen. Wir geben unsere Fahrer erst gegen Saisonende bekannt.» Dies spricht ebenfalls dafür, dass der Transfer längst unter Dach und Fach ist.

Schumacher könnte übrigens schon Mitte August und damit schneller als bisher angenommen auf die Rennstrecke zurückkehren. «Ich persönlich rechne mit einem Comeback in Budapest oder Spa», sagte Weber. «Aber die Entscheidung treffen die Ärzte und er.» Schumacher-Arzt Johannes M. Peil von der Sportklinik in Bad Nauheim ging von acht bis zwölf Wochen Pause aus. Schumacher macht laut Weber täglich Therapien und lässt sich alle zwei Wochen in Bad Nauheim «die Knochendichte messen».

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