Neuer Vorstandschef Hubertus Erlen will den Berliner Pharmakonzern profitabler machen
Schering verlegt Teile in die USA

Die Berliner Schering AG will ihre Führungsposition in Spezialmärkten ausbauen und deutlich profitabler werden - besonders in den USA. An eine neue Strategie denkt der künftige Vorstandschef Hubertus Erlen nicht. Bisherige Aktivitäten will er konsolidieren und um neue Geschäftsfelder erweitern.

mhm/va BERLIN. Mit der Hauptversammlung am Donnerstag wird Hubertus Erlen den Vorstandsvorsitz beim Pharmakonzern Schering AG, Berlin, übernehmen. Für fünf Jahre hat der Aufsichtsrat den 57-Jährigen in diese Position berufen. Erlen, der seit 16 Jahren im Schering-Vorstand sitzt und die Trennung von Chemie- und Pflanzenschutzsparten mitbeschlossen hat, steht für Kontinuität: Auf Basis der Reorganisation der 90er Jahre solle nun weiter gearbeitet werden, sagt er. "Wir müssen heutige Führungspositionen erneuern und erweitern, benachbarte Geschäftsgebiete neu erschließen und unser Geschäft regional ausbauen". Vor allem in den USA, auf dem profitabelsten Pharmamarkt der Welt, will Schering den Umsatz in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.

Nachgefragt: Hubertus Erlen

Um das US-Geschäft noch stärker voranzutreiben, wird Schering eine der vier strategischen Geschäftseinheiten, nämlich die Therapeutika, in die USA verlegen. Zu diesem Zweck hat Schering mit Lutz Lingnau seit Januar 2001 auch einen Vorstand in den USAsitzen. Im Jahr 2000 waren die Therapeutika die größte Geschäftseinheit mit einem knappen Drittel Umsatzanteil. In ihre Verantwortung fallen wichtige Umsatz- und Hoffnungsträger für Schering. Dazu gehören Mittel gegen Multiple Sklerose, wo der Konzern mit Betaferon seinen größten Umsatzträger hat, aber auch gegen Krebs, sowie für den Herz-Kreislauf und das Zentrale Nervensystem. Hier will Schering mit gentechnischen Präparaten in neue Geschäftsfelder vordringen.

Am Ende seiner Amtszeit, sagt Erlen, werde Schering ein "noch profitableres Pharmaunternehmen sein, das seine Führungspositionen ausgebaut hat". Dabei vergisst er die Anteilseigner nicht: "Wir wollen auch über 2001 hinaus ein zweistelliges Wachstum - etwa beim Gewinn je Aktie - erwirtschaften, um so eine sehr solide Grundlage für eine günstige Wertentwicklung unseres Unternehmens zu liefern."

"Zweistelliger Gewinnwachstum für 2001"

Auch wenn für das erste Quartal 2001 noch keine Ergebnisse vorlägen - die sind für Mittwoch angekündigt -, sei er "optimistisch, dass wir unsere Ankündigung eines zweistelligen Gewinnwachstums für 2001 erfüllen werden." Im Vorjahr hat Schering einen um 23,5 % auf 336 Millionen Euro gestiegenen Gewinn erwirtschaftet. Für die Aventis Crop Science, an der Schering 24 % hält, erwarte er mehrere Kaufinteressen. "Wir werden uns davon trennen, wenn wir einen wirklich guten Preis erhalten," sagte Erlen. Schering sei für Gespräche offen.

Den Konzern selbst sieht der neue Vorstandschef bei einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro und einer Börsenkapitalisierung von 11,5 Milliarden Euro in der Lage, alleine zu überleben. Die Pharmabranche werde künftig dreigeteilt sein, glaubt Erlen: In große Anbieter, die gleichsam "Vollsortimenter" seien, in Spezialisten, die weltweit in ihren Märkten führten und in Biotech-Firmen, die nur einen kleinen Teil des Spektrums abdeckten.

Schering sei als Spezialanbieter in einer guten Position. Sie werde - und bleibe - abgesichert durch die hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.

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