Neuer VW-Chef
Porträt: Pischetsrieder liebt Snowboard, Zigarren und schnelle Autos

Er liebt Snowboarden, raucht leidenschaftlich gern Zigarren und fährt gern schnelle Autos. Der künftige VW-Chef Bernd Pischetsrieder würde von den Modellen des Wolfsburger Konzerns am liebsten den Lamborghini fahren.

dpa HANNOVER. Doch der Ur-Bayer gilt nicht nur als Genussmensch, sondern als kenntnisreich, penibel und qualitätsversessen. "Null Prozent Fehler bedeuten für mich Qualität", sagte er in einem Interview. Unzuverlässige Menschen etwa könnten ein "Qualitätsproblem" werden. "Mich ärgern nicht eingehaltene Zusagen oder Versprechen und schlecht erfüllte Aufgaben." Wenn etwas daneben geht, "kann ich sehr ungemütlich werden".

Der 53-jährige gebürtige Münchner sitzt erst seit knapp zwei Jahren als Chef der Tochter Seat und Qualitätsbeauftragter mit am Wolfsburger Vorstandstisch. Eigentlich ist Pischetsrieder ein Mann von BMW. 1973 kam der Maschinenbau-Ingenieur - seine Diplomarbeit schrieb er über strategische Unternehmensplanung - als Fertigungsplaner in das Münchner Werk.

Schon zwei Jahre später wurde er Abteilungsleiter. 1982 ging er für drei Jahre für BMW nach Südafrika und leitete dort Produktion, Entwicklung, Einkauf und Logistik. Zurück kehrte er als "Qualitätskommissar" von BMW. 1993 wurde er schließlich - für viele sehr überraschend - zum Nachfolger von Eberhard von Kuenheim als Vorstandsvorsitzender ausgerufen. Er war noch nicht lange im Amt, da übernahm BWM 80 % der Aktien der britischen Rover-Gruppe.

Damals konnte niemand ahnen, dass dies der Anfang vom Ende der Ära Pischetsrieder bei BMW sein sollte. In den ersten Jahren noch lief das Geschäft unter seiner Federführung durchaus erfolgreich. Ende der neunziger Jahre aber zog das Engagement auf der britischen Insel das Ergebnis der bayrischen Vorzeigemarke immer weiter nach unten. 1998 musste BMW einen Rover-Verlust von 1,87 Mrd. DM (0,96 Mrd. Euro) verkraften. Pischetsrieder räumte ein, er habe Rover zu lange an der langen Leine laufen lassen. Im Februar 1999 nahm er seinen Hut.

Mit seinem Noch-Chef bei VW, Ferdinand Piech, verbindet den Vater von zwei Kindern die Technikbegeisterung und der Hang zum Perfekten.

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