Neuer Zwischenfall
Zeitungen: Fehler im Stellwerk Ursache für ICE-Zwischenfall

Die ICE-Panne auf der Strecke Hamburg-Hannover am vergangenen Samstag ist nach Zeitungsberichten auf einen Fehler im Stellwerk Bienenbüttel (Kreis Uelzen) zurückzuführen. Dort sei ein Schutzschalter zwar eingebaut, aber nicht an den Stromkreis angeschlossen worden, berichteten die "Nürnberger Zeitung" und die Münchner "tz" am Dienstag vorab.

dpa HANNOVER. Deshalb habe der Zug nicht automatisch abgebremst werden können. Bei dem Vorfall war ein ICE viel zu schnell über eine Weiche gefahren. Fünf Menschen wurden verletzt.

Unterdessen bestätigte die Bahn Informationen der "tz" über eine weitere ICE-Panne in Niedersachsen. In der Nähe von Garbsen bei Hannover habe am Montag die elektronische "Linienzugbeeinflussung" (LZB) einem Lokführer zwar freie Fahrt signalisiert, trotzdem habe aber ein Haltesignal aufgeleuchtet. Normalerweise zeigen beide Systeme dasselbe an. Es handele sich aber vermutlich nicht um eine LZB-Störung, sondern um eine Signalstörung, sagte ein Sprecher der Bahn.

Zu den Berichten über den Zwischenfall bei Bienenbüttel verwies ein Sprecher der Bahn am Dienstagabend auf das Eisenbahnbundesamt. Dieses hatte zuvor angekündigt, die Ursache für die Panne frühestens am kommenden Freitag bekannt geben zu wollen. Vor allem die Auswertung des Speichers für die Fernsteuerung des Zuges brauche Zeit. Vom Eisenbahnbundesamt war am Abend keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Geschwindigkeit des ICE war über die LZB automatisch berechnet und gesteuert worden, als der Zug über eine Weiche raste. Sie war für 80 Stundenkilometer zugelassen. Nach Bahn-Angaben fuhr der Zug Tempo 120. Der Bundesgrenzschutz spricht sogar von 185 Stundenkilometern.

Nach Angaben des Eisenbahnbundesamtes ist die gesamte Strecke für die LZB ausgerüstet. "Das ist bei allen Strecken vorgeschrieben, wo schneller als 160 Stundenkilometer gefahren wird", erklärte Sprecher DM Wille. Ohne eine entsprechende Ausstattung hätte der ICE gar nicht ferngesteuert werden können. Ein Bahnsprecher sagte, dass an der Stelle in Bienenbüttel keine Zwangsbremsung über Gleismagneten von außen vorgesehen war. Der Lokführer hatte selbst eine Notbremsung eingeleitet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%