Neuerdings ist auch vom Ein-Mann-Sturm die Rede
Wie man sich kettet, so spielt man

Vor dem Spiel der Nationalelf gegen die Niederlande hat die Taktikdiskussion Hochkonjunktur. Es geht es um die Frage: Viererreihe in der Abwehr oder doch eine Dreierreihe?

ALMANCIL. Auf Michael Skibbes Gesicht war kein Lächeln zu sehen. Es war also kein Scherz, als Rudi Völlers Gehilfe bei der Fußball-EM in Portugal sagte: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir so lange im Turnier bleiben wie vor zwei Jahren bei der WM." 2002 stand die DFB-Elf im Finale.

Wie also kann Deutschland morgen in Porto Holland schlagen, Herr Skibbe? Der 38-Jährige entwirft an der Seite von Teamchef Völler das taktische Konzept. Soll Deutschland mit Viererkette oder mit Dreierkette spielen? Und mit wie vielen Angreifern? Neuerdings ist vom Ein-Mann-Sturm die Rede.

Die deutsche Elf hat schon bewiesen, dass sie sowohl mit drei Abwehrspielern auf einer Linie spielen kann als auch mit vier. Eine Dreierkette (ein zentraler Abwehrspieler plus zwei Manndecker) hätte den Vorteil, dass die DFB-Elf einen Mann mehr im Mittelfeld hat, der sich um die Spieleröffnung kümmern kann. Es ist das 3-5-2-System. Allerdings müssen die beiden Mittelfeldspieler, welche die Außenbahnen besetzen, vermehrt nach hinten arbeiten. So spielte das deutsche Team bei der WM vor zwei Jahren in der Vorrunde. In der K.-o.-Runde spielte es mit Viererkette (zwei Innenverteidiger, zwei Außenverteidiger). Diese, auch gegen Holland favorisierte Variante, birgt einige Vorteile: Die Elf steht in der Mitte kompakter, hat in der Abwehr einen Mann mehr, und die gegnerischen Außenstürmer sind gedeckt.

Der Nachteil im Vergleich zur Dreierkette ist, dass ein Spieler im Mittelfeld fehlt. Es sei denn, Deutschland spielt gegen Holland nur mit einem Stürmer. Das würde bedeuten, dass der zweite Stürmer einem defensiven Mittelfeldspieler geopfert wird. Aus dem klassischen 4-4-2-System entstünde ein heutzutage nicht unübliches 4-2-3-1-System. Gegen die spielstarken Holländer und ohne wirklich gute eigene Stürmer erscheint diese defensive Variante zweckmäßig.

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