Neues Allzeittief im Laufe der Woche erwartet
Euro fällt auf tiefsten Stand seit Ende November 2000

Der Euro ist am Montagnachmittag mit Kursen bei 84,13 US-Cent auf den tiefsten Stand seit dem 27. November 2000 gefallen.

rtr FRANKFURT. Mangels neuer Konjunkturdaten verstärke sich der allgemeine Trend zum festeren Dollar und schwächeren Euro, sagten Händler. Mit dem neuen Tiefstand büßte der Euro allein im Tagesverlauf mehr als einen US-Cent ein. "Es handelt sich um eine fortgesetzte Aufwertung des Dollar - nichts Besonderes", sagte ein Händler. Er fügte hinzu, für die kommende Woche rechne er mit einem neuen Allzeittief der Gemeinschaftswährung. Sein bisheriges Rekordtief hatte der Euro im Oktober 2000 bei 0,8225 Dollar markiert. Zum Yen kletterte der Dollar infolge schwacher Wachstumsdaten aus Japan zeitweise auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Wochen bei 121,60 Yen.

Den New Yorker Handel beendete die Gemeinschaftswährung mit 0,8429/34 Dollar weiter deutlich unter ihrem Schlusskurs vom Freitag in New York bei 0,8502 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag mit 0,8486 (Freitag: 0,8478) Dollar ermittelt. Zur japanischen Valuta verbilligte sich der Euro auf 102,79/87 Yen nach rund 102,87 Yen am Freitagabend. Ein Dollar war 121,91/97 Yen wert. Das britische Pfund wurde bei 1,3720/26 Dollar gehandelt und fiel damit noch unter das am Nachmittag erreichte 15-Jahres-Tief bei 1,3730 Dollar.

"Der Dollar ist weiter der attraktivste Platz für Investoren, es ist der sicherste Platz, um sein Geld unterzubringen", sagte ein Händler. Händlern zufolge wartet der Markt auf neue Indikatoren zur US-Konjunktur. Für Mittwoch stehen die Einzelhandelsumsätze an, für Donnerstag dann die Erzeugerpreise und Daten zur Industrieproduktion. Der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan soll am Freitag veröffentlicht werden. Händler sagten, der Euro könne unter Umständen von schwachen Daten aus Übersee profitieren.

Auch gute Nachrichten helfen dem Euro nicht auf die Beine

Der Euro-Kurs leidet nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) unter einer anhaltend negativen Marktstimmung. Das zeige sich unter anderem an der Reaktion des Euro-Kurses auf neue Konjunkturdaten, heißt es im BIZ-Jahresbericht. Bei schlechten Nachrichten gehe der Kurs zurück, bei guten zeige er aber keine Erholungstendenz. Der portugiesische Zentralbankchef Vitor Constancio äußerte sich am Montag indes zuversichtlich zur Wirtschafts- und Währungsentwicklung in der Euro-Zone. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe die Konjunkturverlangsamung berücksichtigt und betreibe nun eine angemessene Politik.

Das rückläufige Wachstum des japanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal 2001 belastete Händlern zufolge den Yen. Das BIP-Wachstum war im ersten Quartal 2001 zum Vorquartal um 0,2 % gesunken. "Die BIP-Daten waren ziemlich schrecklich und haben weitläufige Yen-Verkäufe ausgelöst", sagte Jesper Dannesboe, Devisenstratege bei Dresdner Kleinwort Benson. Japanische Regierungsvertreter reagierten besorgt auf die Daten. Einige Analysten sagten, sie befürchteten eine Rezession. Wirtschaftsminister Heizo Takenaka zufolge wird es schwierig, das angestrebte Wachstum von 1,7 % im noch bis 31. März 2002 laufenden Fiskaljahr zu erreichen.

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