Neues Allzeittief
T-Aktie erstmals unter elf Euro

Die Aktien der Deutschen Telekom sind am Dienstag erstmals unter die Marke von elf Euro auf ein neues Allzeittief von 10,90 Euro gefallen. Damit verlor die T-Aktie rund fünf Prozent, während der Dax lediglich um drei Prozent fiel.

Reuters FRANKFURT. Kurz vor Börsenschluss lag die T-Aktie noch mit 3,5 % im Minus bei 11,10 ?. Neben der allgemeinen Börsenflaute machten Börsianer so genannte Leerverkäufe für den Kursverfall verantwortlich. Dabei handelt es sich um den Verkauf von Aktien, die der Verkäufer noch gar nicht besitzt. Der Verkäufer setzt bei solchen Geschäften darauf, dass er die benötigten Aktien bis zum vereinbarten Liefertermin zu einem geringeren als dem aktuellen Verkaufspreis einkaufen kann.

Telekom verliert Auftrag der Bundeswehr

Auslöser für die Leerverkäufe war Händlern zufolge unter anderem die Tatsache, dass die Telekom-Tochter T-Systems einen Staatsauftrag über 6,5 Mrd. ? bei einer Laufzeit von zehn Jahren nicht erhalten hat. Ein Konsortium um den IT-Dienstleister CSC Plönzke hat nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums die besten Chancen auf den Erhalt des Auftrages zum Betrieb des Telefon- und Datennetzes des Bundeswehr. "Wenn man allein auf die Zahlen schaut, ist das keine große Sache", sagte der Analyst Joachim Koller von Merck Finck mit Blick auf den entgangenen Auftrag. Bei der allgemeinen Marktschwäche sei es jedoch ein weiterer psychologischer Belastungsfaktor.

Weiterer Großauftrag steht noch aus

Ein weiterer wichtiger Großauftrag steht noch in diesem Monat zur Vergabe an. Die Telekom bewirbt sich ebenso wie ihr britischer Konkurrent Vodafone um den Aufbau eines Systems zur elektronischen Abrechnung der Lkw-Maut. Die Bundesregierung erwartet daraus Einnahmen von 3,4 Mrd. ? jährlich. Der Betreiber des Abrechnungssystems könnte davon zwölf Jahren lang zehn bis 20 Prozent erhalten.

Der anhaltende Fall der T-Aktie verstärkt den Druck auf Telekom-Chef Ron Sommer, der bei der jüngsten Hauptversammlung von vielen Haltern der "Volksaktie" scharf kritisiert worden war. Die Bundesregierung wies bislang zwar Spekulationen um eine baldige Ablösung Sommers als unbegründet zurück. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) äußerte jedoch in einem Interview mit dem Magazin "Stern" sein Verständnis für den Ärger vieler Kleinaktionäre. Die T-Aktie war 1996 zu einem Preis von 14,32 ? an die Börse gebracht worden.

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