Neues Amt für Altkanzler
Auf Ben Wisch folgt Ben Schröder

Nach Russland kümmert sich Schröder nun auch um den Nahen und Mittleren Osten. Als Ehrenvorsitzender des Nah- und Mittelostvereins (Numov) will er Türöffner für deutsche Firmen spielen - und provoziert.

BERLIN. Ein wenig wirkt es, als sei alles wie früher, wie damals in rot-grünen Zeiten. Vorne in der ersten Reihe sitzt Gerhard Schröder, zwei Plätze weiter Frank Steinmeier. -Walter Zwei Reihen dahinter hat Otto Schily Platz genommen, über den Gang Justizministerin Brigitte Zypries.

Doch im Weltsaal des Auswärtigen Amts findet kein nostalgisches Klassentreffen der früheren rot-grünen Koalition statt. Vielmehr übernimmt Altkanzler Schröder ein weiteres Amt. Dafür hat ihm Außenminister Steinmeier einen würdigen Rahmen verschafft. In seiner Vorrede kann er sich zwischen "lieber Herr Bundeskanzler" und "lieber Gerd" nicht recht entscheiden.

Nach Russland kümmert sich Schröder nun auch um den Nahen und Mittleren Osten. Als Ehrenvorsitzender des Nah- und Mittelostvereins (Numov) will er Türöffner für deutsche Firmen spielen. "Um Missverständnisse zu vermeiden: als Ehrenvorsitzender", betont der Altkanzler ironisch. Sein gut dotiertes Aufsichtsratsmandat für die Ostsee-Gaspipeline hatte für Aufregung gesorgt.

Braun gebrannt, entspanntes Gesicht - Schröder macht am Pult schnell klar, dass er den Schmerz der Trennung vom Kanzleramt längst hinter sich gelassen hat. Das neue Ehrenamt habe er sich verdient, das haben schon die Lobredner vor ihm betont, darunter auch Steinmeier. Tatsächlich reiste Schröder nach 20 Jahren Pause als erster Bundeskanzler wieder in sämtliche Golfstaaten. Mit Blick auf die nötige Energieversorgung Europas hatte er auch Libyen und Algerien besucht.

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