Neues Angebot für Vivendis amerikanisches Geschäft steht bevor
Ölmilliardär Davis greift erneut nach Universal

Der am US-Unterhaltungsgeschäft des französisch-amerikanischen Mischkonzerns Vivendi Universal interessierte US-Milliardär Marvin Davis lässt nicht locker. Nach Informationen des Handelsblatts wird der 77-jährige Texaner Anfang kommenden Jahres ein neues Übernahmeangebot vorlegen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. "Wir werden Anfang des Jahres wieder auf Vivendi zukommen. Das ist mit Vivendi auch so vereinbart", bestätigte ein Sprecher von Davis. Der verschuldete Vivendi-Konzern hatte Ende vergangener Woche Davis? Angebot abgelehnt, die US-Entertainment-Geschäfte (VUE) mit den Universal-Filmstudios, einem Kabel-Netzwerk, Fernsehkanälen und Freizeitparks für 20 Mrd. $ zu übernehmen.

Vivendi-Chef Jean-René Fourtou war der Preis entschieden zu niedrig. Das Vivendi-Management hat aber betont, man werde alle künftigen Angebote prüfen. VUE setzte in den ersten neun Monaten dieses Jahres 4,442 Mrd. Euro um und erzielte im letzten Quartal einen operativen Gewinn von 195 Mill. Euro. In welchem Umfang Davis, bis 1985 Besitzer der Filmstudios Twentieth Century Fox, sein Angebot aufstocken wird, steht noch nicht fest. "Ein paar Milliarden mehr würden ihm nicht wehtun", heißt es in seinem Umfeld. Gleichzeitig prüft der Texaner aber auch die Chancen einer feindlichen Übernahme. "Es würde mich nicht überraschen, wenn wir im Januar oder Februar eine feindliche Übernahmeschlacht sehen werden", berichten Vertraute des Texaners. "Zurzeit sehen wir dafür allerdings keine Veranlassung", sagte der Sprecher von Davis.

Ein wichtiger Verbündeter von Davis könnte Edgar Bronfman sein, Mitglied des Vivendi-Aufsichtsrats. Er sei zu einer Neuordnung von VUE bereit, berichtet ein hochrangiger Medienmanager. Bronfman steht unter dem Druck seiner Familie, die Ende 2000 den kanadischen Mischkonzern Seagram in Vivendi eingebracht und dafür rund 5 % der Vivendi-Anteile erhalten hatte. Die Familie ist über Vivendis Kursverfall massiv verärgert. Dagegen dürfte sich VUE-Chef Barry Diller gegen Davis? Übernahmepläne stemmen. Er plädiert für einen Börsengang, sobald sich das Umfeld wieder aufhellt. Diller hatte sich während seiner Tätigkeit bei Fox mit Davis überworfen und spielt in den Plänen von Davis keine Rolle.

Der Texaner möchte vielmehr Brian Mulligan die Führung der neu erworbenen Geschäfte übertragen. Mulligan - vor zwei Jahren noch Finanzchef von Seagram - gilt als zentrale Figur bei der geplanten Transaktion und berät Davis. Mit seinen Kenntnissen könnte Mulligan auch dazu beitragen, eine Übernahmeschlacht zeitlich nicht ausufern zu lassen. "Mit Mulligan an seiner Seite kann Davis auf eine langwierige Prüfung der Bücher verzichten", heißt es im Umfeld von Davis.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%