Neues Angebot von einem Konsortium angeführt von der Allianz
Bewegung bei der Luftfahrtdeckung

Am 30. Mai laufen die Staatsgarantien für die Deckung des Terror-Risikos für die Luftfahrtgesellschaften aus. Bislang wollen die Airlines nochmal eine weitere Verlängerung erwirken, weil sie bis Ende Mai ihre eigene Fondslösung nicht unter Dach und Fach haben werden. Gleichzeitig macht die Allianz ein neues Angebot.

ali/cd/mwb BONN/DÜSSELDORF. Die europäische Luftfahrtindustrie will eine weitere Verlängerung für die Staatsgarantien zur Abdeckung des Terror-Risikos über den 30. Mai hinaus erwirken. "Die Airlines arbeiten an einer eigenen Fondslösung für die Terror-Deckung, aber bis zum 30. Mai wird das nicht zu schaffen sein", sagte Ralf Oelssner, zuständig bei der Lufthansa für Versicherungsschutz am Rande der Hauptversammlung des Deutschen Versicherungs-Schutzverbandes (DVS). Allerdings legte am Donnerstag die Allianz ein neues Angebot zur Dritthaftpflicht gegen Terror für Fluggesellschaften vor. Bislang hatten die Airlines die privaten Angebote immer als zu teuer oder nicht umfassend genug abgelehnt. "Inwieweit das neue Angebot eine weitere Verlängerung der Staatsgarantien überflüssig macht, können wir noch nicht beurteilen. Uns liegen noch keine Details zu dem Allianz-Angebot vor", erklärte eine Lufthansa-Sprecherin.

Luftfahrtgesellschaften müssen eine Haftpflicht-Deckung von mindestens 1 Mrd. Euro für ihre Maschinen nachweisen, dabei muss auch das Risiko Terror versichert sein. Am 30. Mai laufen die bereits mehrmals verlängerten Staatsgarantien für dieses Riskio in der EU aus.

Die Allianz bietet als Ersatz zusammen mit den Gesellschaften Berkshire Hathaway, Hannover Rück, Partner Re den Airlines eine Haftpflichtpolice inklusive der Abdeckung des Kriegs- und Terrorriskos von bis zu 1 Mrd. Dollar je Flugzeug und zwei Mrd. Dollar pro Luftfahrtgesellschaft, teilte die Allianz mit. In einer Rahmen-Police sollen Verträge der Airlines zusammengefasst werden; kommt es innerhalb dieser Police zu mehr als vier Großschäden, endet der Versicherungsschutz. Das bisherige Marktangebot der American International sah dagegen lediglich die Deckung von 1 Mrd. Dollar je Airline vor. Mit ihrem Vorschlag will die Allianz einerseits den Luftfahrgesellschaften den notwendigen Schutz bieten, andererseits soll auch die Kapitalbasis der Allianz vor einer Häufung von Schäden geschützt werden, erklärte der Münchener Versicherer. Ein Allianz-Sprecher erklärte, dass über die Prämienhöhe mit den Airlines noch verhandelt werden müsse.

Als Alternative arbeiten die Airlines indes an der Gründung eines eigenen Fonds, um darüber das Terror-Risiken zu decken. "An den Gesprächen sind alle großen europäischen Airlines beteiligt; das Interesse ist groß", sagte Lufthansa-Versicherungsexperte Oelssner.

Im Gegensatz zu den Luftfahrgesellschaften wurde für die Industrie bereits eine dauerhafte Versicherungslösung für das Terror-Risiko mit staatlicher Beteiligung gefunden. Danach deckt die deutsche Bundesregierung einen Terror-Schaden ab einer Höhe von drei Mrd. Euro bis maximal zehn Mrd. Euro ab. Details sollen heute nach einem Spitzengespräch im Kanzleramt bekannt gegeben werden.

DVS-Gechäftsführer Günter Schlicht begrüßte die Einigung. "Diese Lösung wirft allerdings noch Fragen auf, beispielsweise über die Preisgestaltung", erklärte Schlicht. "Das wird nicht billig sein", sagte Wilhelm Zeller, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück zum Handelsblatt. Die Hannover Rück ist an dem Aufbau der "Extremus AG", wie der neue Terror-Versicherer heißen soll, beteiligt. Die Industrie könne nicht mit Billig-Prämien wie einst in der hartumkämpften Feuerversicherung rechnen.

Quelle: Handelsblatt

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