Neues Auto vorgestellt
VW will mit neuem Passat die Luxusklasse erobern

Der Autokonzern steckt dreistellige Millionensummen in das Luxusmodell W8. Analysten sehen dieses Engagement aber äußerst kritisch.

Reuters GSTAAD. Der Volkswagen-Konzern hat am Montag seinen neuen Passat W8 vorgestellt und will sich mit diesem Modell ein Standbein in der Klasse der Luxuswagen schaffen. "Mit der Vorstellung des neuen Passat W8 hat VW dem Qualitätssektor in der oberen Mittelklasse neuen Schwung verliehen", teilte VW am Montag mit. Die Gesamtentwicklungskosten des neuen Models beliefen sich auf 200 bis 300 Millionen Mark. Ziel sei es rund 10 000 Passat W8 pro Jahr zu verkaufen, davon die Hälfte in den USA, ein Drittel in Deutschland. Der Passat W8 verfügt über einen acht-zylindrigen Motor und 275 PS.

Viele Analysten sind jedoch der Meinung, dass VW die hohen Investitionskosten besser in sein Kerngeschäft stecken solle. "Die Gewinnmargen im Sektor für Luxusautos mögen zwar höher sein, die Frage ist jedoch, ob sich die Investitionen für VW hinterher auszahlen", sagte Henrik Lier, Analyst bei der WestLB. Analysten gehen von einer Gewinnmarge bei VW bei ihren traditionellen Modellen von drei bis fünf Prozent aus. Bei Audi seien es sechs bis sieben Prozent. Konkurrent Mercedes habe eine Marge von acht bis neun Prozent, BMW von zehn bis elf Prozent.

Nach dem Verkauf der verlustreichen BMW-Tochter Rover und der Konzentration von BMW auf das Geschäft mit Luxus-Wagen, sind sich die deutschen Autobauer der größeren Gewinne durch Luxusautos mehr und mehr bewusst. So stützt die Marke Mercedes beispielsweise den DaimlerChrysler-Konzern, der von Verlusten bei der US-Tochter Chrysler auf Grund der momentanen Marktschwäche belastet wird.

"Wir würden dem Konzern raten, das zu tun, was er am besten kann - gute Autos für den Mittelstand zu produzieren", sagte Lier weiter. Nach den jüngsten Angaben der European Automobile Manufacturers Association (ACEA) konnte VW im Mai seine Position als Marktführer in Europa weiter verteidigen und den Marktanteil auf 19,5 Prozent steigern. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa ist dagegen im Mai um 2,8 Prozent zurückgegangen. Andere Analysten sind jedoch der Meinung, dass sich die Investitionen für ein Vorstoßen in die Luxusklasse kurzfristig zwar nicht auszahlten, langfristig aber Sinn machen könnten. "(VW-Chef) Piech will dies zu einem Teil seiner Hinterlassenschaft machen und obwohl es eine Herausforderung ist, durch die Investitionen Gewinne zu machen, könnte dies rückblickend sehr viel besser aussehen", sagte John Lawson, Analyst bei Schroder Salomon Smith Barney. Es mache mehr Sinn für einen Massenproduzenten nach oben streben zu wollen als für einen Hersteller von Luxusautos nach unten streben zu wollen, fügte er hinzu. Bislang hätten erst wenige Autobauer im ersten Jahr nach der Vorstellung eines neuen Modells die Investitionen wieder hereingeholt. Piech wird im nächsten Jahr in den Ruhestand gehen, Kreisen zufolge könne dieser Schritt aber auch bereits früher erfolgen.

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