Neues Beratungs- und Preismodell – Verstärktes Angebot von Drittprodukten
Deutsche Bank geht im Private Banking neue Wege

Die Deutsche Bank strukturiert ihr Geschäftsfeld Private Banking neu. Wesentlicher Bestandteil ist das neue Preismodell mit der Einführung von Gebühren für Beratungsleistungen. Daneben werden mehr Führungskräfte in die einzelnen Regionen entsandt und das Angebot verstärkt um Drittprodukte erweitert.

po FRANKFURT/M. Die Deutsche Bank setzt mit der Einführung ihres neuen Beratungs- und Preismodells im Geschäftsfeld Private Banking den "Schlußstein unter eine neue Konzeption". Unter dem Oberbegriff Private Banking Strategie 2000 wurden die vergangenen 18 Monate dazu genutzt, eine neue Positionierung herbeizuführen und Klarheit zu schaffen, was Private Banking eigentlich sei, sagte der für das Geschäftsfeld Private Banking zuständige Bereichsvorstand Bernd-A. von Maltzan in Frankfurt. "Wir müssen professioneller werden". Das hänge damit zusammen, das das Private Banking mittlerweile ein eigenständiger Geschäftbereich weltweit sei.

Wesentlicher Teil der neuen Positionierung ist das Preismodell, das offiziell zum 1. Januar 2001 startet. Für bestehende Kunden werde es allerdings rückwirkend quartalsweise zum 31. März gültig, räumte von Maltzan ein. Ziel sei, die Beratung als Kernleistung in den Mittelpunkt der Preispolitik zu stellen und zu mehr Kostentransparenz beizutragen. Das neue Modell besteht aus drei Standbeinen: Der Basispreis in Form eines Staffeltarifs beträgt bei einem Depotvolumen bis 50 000 Euro 1 %, zwischen 50 000 und 100 000 Euro 0,6 % und bei einem Depotvolumen von mehr als 100 000 Euro 0,2 %, mindestens jedoch 300 Euro pro Jahr. Im Basispreis eingeschlossen sind sowie die Kosten für die Depotführung.

Preissenkungen im Gegenzug

Im Gegenzug werden die Preise für Transaktionen deutlich gesenkt. Bei einem Transaktionswert bis 25 000 Euro fallen 0,3 % Gebühr an, von 25 000 bis 50 000 Euro 0,2 % und bei einem Ordervolumen von über 50 000 Euro 0,1 %. Zum dritten reduzieren sich die Ausgabeaufschläge für hauseigenen Fonds um 25 % sowie die Online-Transaktionspreise um ebenfalls 25 %. Künftig gibt es auch keine Differenzierung zwischen in- und ausländischen Wertpapieren. Eine Wahl bleibt den Kunden - sofern sie bei der Deutschen Bank bleiben wollen - nicht. Es gibt kein Alternativmodell.

Mit dem neuen Beratungs- und Preismodell reagiert die Deutsche Bank auf die wachsende Konkurrenz durch Direktbanken. "Mit unseren Transaktionskosten liegen wir unter dem Marktdurchschnitt von 1 % und deutlich unter dem, was Discount-Broker anbieten", so Guido Heuveldup, Leiter des Private Banking Allerdings kann das neue Modell auch zu Preissteigerungen führen, gab Heuveldup zu. Bei Depots mit einem Volumen unter 100 000 Euro und bei Depots mit geringer Umschlagshäufigkeit ist eine Verteuerung abzusehen. Diese Anreize wurden von der Deutschen Bank aber bewusst gesetzt. "Wir wollen die Kunden zur Vermögenskonsolidierung bewegen und mit Kunden ruhender Bestände ins Gespräch kommen", sagte Heuveldup. "Die reine Verwaltung und Verwahrung macht denn Mehrwert der Bank nicht aus."

Größere Kundenabwanderungen befürchtet von Maltzan allerdings nicht. Bei vier Fünftel des betreuten Volumens ergebe sich eine Kostenreduzierung gegenüber dem alten Modell. Genaue Zahlen der betroffenen Kunden wollte er aber nicht nennen. Insgesamt betreut der Geschäftsbereich Private Banking für über 480 000 Kunden ein Vermögen von 210 Mrd. Euro.

Mehr Kundennähe

Um eine hohe Qualität in der Beratung sicherzustellen, hat die Deutsche Bank zusammen mit der Universität Bochum, der New York University und der Universität Leipzig verschiedene Studiengänge ins Leben gerufen. Hier befinden sich derzeit rund 100 Leute in der Ausbildung. Daneben würden bis 1.1.2001 zahlreiche Führungskräfte in die von der Bank festgelegten sieben Regionen entsandt werden, um mehr Kundennähe zu demonstrieren und die Kompetenz vor Ort zu erhöhen.

Daneben kündigte von Maltzan das verstärkte Angebot von Drittprodukten in der Vermögensverwaltung an. Vor allem im Fondsgeschäft solle das Angebot der hauseigenen DWS um Produkte verschiedener Anbieter ergänzt werden.

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