Neues Besoldungssystem
Professoren werden künftig nach Leistung bezahlt

Der neue Leistungslohn für Professoren kann in Kraft treten. Nach dem Bundestag billigte am Donnerstag auch der Bundesrat den Kompromiss des Vermittlungsausschusses. Er räumt den Ländern mehr finanziellen Gestaltungsspielraum bei der Höhe der Leistungszulagen ein, soll zugleich aber auch zu krasse Unterschiede zwischen "armen" und "reichen" Ländern auf Dauer vermeiden.

dpa BERLIN. Nach der Neuregelung kann ein Land den Besoldungsdurchschnitt insgesamt höchstens um bis zu zehn Prozent überschreiten. Nach dem neuen Besoldungsrecht werden Professoren an Universitäten wie an Fachhochschulen künftig im Schnitt etwa ein Viertel ihrer Bezüge abhängig von ihren individuellen Leistungen in Lehre und Forschung oder als Dekan oder Rektor erhalten. Die Länder sollen dazu Vergabekriterien entwickeln. Nach dem neuen Rahmenrecht des Bundes können auch besonders qualifizierte Fachhochschul-Professoren genauso viel verdienen wie ihre Kollegen an den Universitäten. Allerdings haben dabei auch die Länder Gestaltungsspielraum.

Experten sprechen von der größten Hochschulreform seit den 70er Jahren. Denn zum Besoldungsrecht wurde gleichzeitig das Hochschulrahmengesetz (HRG) des Bundes geändert. Wesentlicher Punkt ist dabei die Einführung der Junior-Professur als künftigen Qualifikationsweg für den Professorenberuf. Die Junior-Professur soll nach einer Übergangsfrist von zehn Jahren die bisherige Habilitation ablösen, die es außer in Deutschland nur noch in Österreich gibt.

Mit den auf sechs Jahren befristeten Stellen für Junior- Professuren sollen die Nachwuchswissenschaftler schon von Beginn ihrer Qualifikationsphase an eigenständig lehren und forschen. Voraussetzung ist eine gute Leistung bei der Doktorarbeit. Die Stellen für Junior-Professuren sollen international via Internet ausgeschrieben werden. Neu sind auch die im HRG jetzt erstmals vorgesehenen speziellen Studienangebote für Doktoranden. Die Hochschulen erhalten damit den Auftrag, zugleich mehr Betreuung für den wissenschaftlichen Nachwuchs anzubieten.

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