Neues Geld wird teurer
Ratingagenturen stufen Allianz zurück

Moody's und Standard & Poor's ihre Einschätzungen für den Versicherer gesenkt. Ein Grund sei die Schwäche der Dresdner Bank.

rtr NEW YORK/MÜNCHEN. Die beiden angesehensten Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's haben wesentliche Einschätzungen für die Allianz AG gesenkt. Damit wird es für den Finanzkonzern teurer, neues Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen.

Beide Agenturen begründeten ihre am Mittwochabend bekannt gegebenen Rückstufungen unter anderem mit dem schlechteren Risikoprofil der Allianz und der schwachen Entwicklung der Dresdner Bank, die die Allianz im vergangenen Jahr für über 24 Mrd. ? übernommen hatte.

Ein Allianz-Sprecher sagte am Donnerstag, die Schwäche der Kapitalmärkte hinterlasse in der gesamten Branche ihre Spuren. Aber auch die gesenkten Einstufungen spiegele nach wie vor die gute Kapitalisierung der Gruppe wider. Die Allianz-Aktie stieg am Vormittag an der Frankfurter Börse in einem freundlichen Bankensektor um knapp drei Prozent auf 78,87 ?.

S&P senkte ihr langfristiges Finanzstärkerating sowie das langfristige Kreditrating (counterparty credit rating) für die Allianz und eine Reihe ihrer Töchter. Die Ratings wurden auf "AA" von "AA-Plus" reduziert, der Ausblick mit negativ eingestuft. Am 1. August hatte die Agentur den Finanzkonzern bereits auf die Beobachtungsliste für eine mögliche Zurückstufung gesetzt. Damals hatte die Allianz einen Quartalsverlust nach Steuern bekannt gegeben und mitgeteilt, sie werde ihr Gewinnziel von mindestens drei Mrd. (Vorjahr 1,6) Euro nicht erreichen.

Moody's senkte seine Einstufung für die vorrangigen und nachrangigen Verbindlichkeiten um zwei Stufen auf "Aa2" von "Aaa" beziehungsweise auf "A1" von "Aa2". Obwohl die Allianz ihre führende Position in den Kern-Versicherungsmärkten beibehalte, entspreche ihre Kapital-, Gewinn- und Risikosituation eher dem nun beschlossenen niedrigeren Rating, teilte die Agentur mit. Die angekündigten Kostensenkungen der Dresdner Bank könnten zwar deren Effizienz ausbauen, ein bedeutender Beitrag zum Gewinn der Gruppe sei aber für geraume Zeit noch nicht sicher.

Das Rating für die langfristigen Verbindlichkeiten der Dresdner Bank stufte Moody's auf "Aa3" von "Aa2" zurück. S&P senkte das Kreditrating für das Institut auf "A-Plus" von bislang "AA-Minus".

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