Neues Gemeinschaftsunternehmen geplant - Schaffung einer neuen Marke
Ericsson und Sony legen Handy-Sparten zusammen

Die beiden Unternehmen wollen das Gemeinschaftsunternehmen "Sony Ericsson Mobile Communications" gründen. Das erste mit einem eigenen Markennamen versehene Handy soll im ersten Halbjahr 2002 auf den Markt kommen. Experten bewerten das Vorhaben für beiden Seiten als vorteilhaft.

HB/ap/vwd STOCKHOLM. Der japanische Elektronikkonzern Sony und der schwedische Telekommunikationsriese Ericsson legen ihr Handy-Geschäft zusammen. Wie Ericsson am Dienstag in Stockholm mitteilte, soll zu diesem Zweck ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Unternehmen entsprechende Gespräche bestätigt. Die neue Gesellschaft soll unter dem Namen Sony Ericsson Mobile Communications ihren Betrieb zum 1. Oktober aufnehmen.

12 000 Stellen fallen weg

Dieser Schritt ist Teil des Restrukturierungsprogramms, mit dem Ericsson wieder in die Gewinnzone zurückkehren will. Für das erste Quartal 2001 wies das Unternehmen ohne Sonderfaktoren einen Vorsteuerverlust von 4,9 Mrd. Kronen (1,05 Mrd. DM) aus. Der Umsatz verringerte sich um fünf Prozent auf 55,9 Mrd. Kronen. Der größte Teil des Verlustes kam aus dem Handygeschäft, wo Ericsson ein Minus von 5,7 Mrd. Kronen auswies. Der Umsatz dieser Sparte brach um 52 % auf 7,2 Mrd. Kronen ein. Angesichts des dramatischen Gewinneinbruchs will das Unternehmen mehr als 12 000 Stellen streichen.

Ericsson hatte im vergangenen Jahr einen Anteil am Handy-Markt von rund zehn Prozent, der Marktanteil von Sony liegt bei weniger als zwei Prozent.

Geschätzter Umsatz von 7,2 Mrd. US-$



Der Umsatz des Gemeinschaftsunternehmens wird auf Basis der zusammengenommenen Mobilfunkumsätze der Muttergesellschaften auf 7,2 Mrd US-$ jährlichen geschätzt. Das Unternehmen werde für Design, Entwicklung, Produktion und Vermarktung der Mobiltelefone zuständig sein. Für Ericsson wird die Vereinbarung als Erleichterung angesehen, da sie den Druck der auf dem schwedischen Telekommunikationsunternehmen wegen seiner seiner Verluste bringenden Handy-Sparte lastet, reduziert. Das erste Produkt soll laut Ericsson im 1. Halbjahr 2002 auf den Markt kommen.

Für die künftigen gemeinsamen Produkte soll eine eigene Marke geschaffen werden. Die bestehenden Produktlinien würden aber fortgeführt. Ericsson-CEO Kurt Hellström, der Chairman des JV werden soll, betonte in Stockholm, Ericsson wolle die eigene Handy-Sparte bis zum Beginn des Gemeinschaftsunternehmens wieder in den schwarzen Zahlen haben. Das neue Unternehmen solle ebenfalls vom Start weg profitabel sein. Über einen Börsengang der neuen Gesellschaft sei noch nicht gesprochen worden.

Das neue Unternehmen soll nach Angaben von Sony und Ericsson wie folgt aussehen:

Übersicht

- Name des Unternehmens: Sony Ericsson Mobile Communications
- Hauptsitz: London
- Kapitalbeteiligungen: Ericsson 50 Prozent, Sony 50 Prozent
(die Details werden zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt)
- Aufnahme des Geschäftsbetriebes: 1. Oktober 2001

- Geschäftsumfang:
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000 wurden weltweit ca. 50 Millionen Geräte ausgeliefert. (Das entspricht einem Umsatzvolumen von ca. 7,2 Milliarden US Dollar, Bezugsgrößen sind die weltweiten Geschäftsjahresumsätze beider Unternehmen, bei Ericsson von Januar bis Dezember 2000 und bei Sony von April 2000 bis März 2001).

- Zusammensetzung des Board of Directors:
Vier Mitglieder von Ericsson (inklusive einem Mitglied aus dem neuen Unternehmen)
Vier Mitglieder von Sony (inklusive einem Mitglied aus dem neuen Unternehmen)
Kurt Hellström, President und CEO von Ericsson soll Vorsitzender werden.

- Geschäftsführung:
Katsumi Ihara, Geschäftsführer (Corporate Executive President,Sony Corporation)
Jan Wäreby, stellvertretender Geschäftsführer (Ericsson`s Division Consumer Products)

- Geschätzte Mitarbeiterzahl des neuen Unternehmens: ca. 3 500 (weltweit)

- Produkte: Mobiltelefone und mobile Kommunikationsprodukte für den Multimediabereich

Hier finden Sie auch die englische Originalmeldung.

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