Neues Goldabkommen ist kein Thema
„Twin-Defizit der USA ist das Hauptproblem"

Die Diskussion über flexiblere Wechselkurse in China und anderen asiatischen Ländern dürfe nicht vom US-Leistungsbilanzdefizit ablenken, riet Bundesbank-Vizepräsident Jürgen Stark.

HB DUBAI. "Wir dürfen mit der Diskussion über den (chinesischen) Yuan nicht vom Hauptproblem, dem Twin-Defizit der USA, ablenken", sagte Stark am Freitag in Dubai. Der Bundesbank-Vize nimmt am Samstag am Treffen der Notenbankchefs und Finanzminister der sieben führenden Industrienationen in Dubai anlässlich der IWF-Jahrestagung teil.

Die USA werfen China vor, mit der Koppelung des Yuan an den Dollar die Währung künstlich niedrig zu halten und sich damit einen unfairen Handelsvorteil zu verschaffen. Ein vollständig flexibler Yuan sei aber nicht ratsam, sagte Stark. "China könnte das nicht bewältigen, dafür sind die Probleme des Bankensystems zu groß."

China lehnte eine Abkehr von der Bindung des Yuan am Donnerstag erneut ab. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist für einen allmählichen Übergang asiatischer Länder zu flexiblen Wechselkursen. Die G-7 werden die Frage flexiblerer Wechselkurse der asiatischen Länder auch in ihrer Abschlusserklärung thematisieren, wie EZB-Ratsmitglied Yves Mersch mitteilte.

Neues Goldabkommen ist kein Thema

Über das im Herbst nächsten Jahres auslaufende Goldabkommen von 15 Notenbanken aus Europa werde erst Anfang 2004 gesprochen, sagten übereinstimmend der Luxemburgische Notenbankchef und Stark. "Das ist hier sicher kein Thema", sagte Stark. Im September 1999 hatten sich die Notenbanken am Rande der IWF-Jahrestagung in Washington darauf verständigt, jährlich insgesamt höchstens 400 Tonnen ihrer Goldreserven zu verkaufen.

Es sei wünschenwert, dass bei einer Neuauflage des Abkommens diejenigen Zentralbanken - und dazu gehöre auch die Bundesbank - mehr Spielraum für Verkäufe erhielten, die sich bislang zu Gunsten anderer hätten zurück halten müssen, sagte Stark. Zur Siebenergruppe gehören die USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland.

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