Neues historisches Tief
T-Aktie auf Achterbahn-Fahrt

Die Zocker sind offenbar am Werk bei der Aktie der Deutschen Telekom. Nach einem neuen Allzeit-Tief bei 8,93 und rund fünf Prozent Tagesverlust, dreht die Aktie unter hohen Umsätzen ins Plus. Mittlerweile notiert die Aktie fast vier Prozent über dem Vortages-Schluss.

dpa/ mm FRANKFURT/ BONN. Freitag, 21. Juni 2002, kurz vor 10 Uhr: Die Aktie der Deutschen Telekom AG notiert im elektronischen Xetra-Handel nur noch bei 8,93 Euro. Rekord-Tief. Die T-Aktie war am Freitag der vergangenen Woche erstmals unter die Marke von 10 Euro gefallen.
"Wer damals gedacht hat, das Schlimmste sei ausgestanden, wird heute eines Besseren belehrt", sagte einer der Aktienhändler an der Börse in Frankfurt. Die allgemein schlechte Marktstimmung, gesenkte Umsatzprognosen beim weltgrößten Handy-Hersteller Nokia und die neue Diskussion um die Immobilien-Bewertung der Deutschen Telekom haben nach Ansicht von Händlern der T-Aktie bereits am Donnerstag erneut einen Stoß versetzt. "Auch die von namhaften Analysten nun befürchtete Trading-Range von fünf bis zwölf Euro hilft nicht gerade", sagt ein Beobachter. Auch die hohe Volatilität wegen des dreifachen Verfalltages begründe das neue Allzeittief unter anderem.

Einem Zeitungsbericht vom Donnerstag zufolge zweifelt der Bundesrechnungshof an der Bilanz der Deutschen Telekom AG. Das gehe aus einem Geheimbericht an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor. Die Kritik entzünde sich dabei erneut an der Bewertung der Telekom-Immobilien. Schon vor einem Jahren gab es heftigen Streit um Bewertungsfragen.

Im vergangenes Jahr habe die Telekom zwar den Wert ihrer Grundstücke um fast 2,5 Milliarden Euro nach unten korrigiert, nicht jedoch den ihrer Gebäude, hätten die Bundes-Finanzkontrolle kritisiert. Im Ergebnis sei die gesamte Vermögensbewertung falsch, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Der Bundesrechnungshof fordere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) auf, für eine erneute Korrektur der Immobilienbewertung zu sorgen. Ein Telekom-Sprecher betonte dagegen, Gutachter hätten wiederholt bestätigt, dass die Bewertung der Immobilien in Ordnung gewesen sei.

Aktionärsschützer werfen dem Telekom-Vorstand vor, den Auftrag für eine erneute Prüfung der Immobilien-Bertung nicht weit genug gefasst zu haben. "Wir erleben immer wieder dieselbe Diskussion", sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung Wertpapierbesitz, Jella Benner-Heinacher. Es sei offensichtlich trotz Gutachten nicht gelungen, endgültig Klarheit in der Immobiliendebatte zu schaffen.

Der Verkauf von France-Telecom-Aktien durch die Deutsche Telekom sei zu einem schlechten Zeitpunkt erfolgt, kritisierte Benner-Heinacher mit Blick auf den Aktienkurs bei der France Telecom. Das Bonner Unternehmen hatte am Vortag ein großes Aktienpaket für etwa 300 Millionen Euro verkauft. Der Telekom-Sprecher betonte, es habe Haltefristen gegeben. Das Geld werde zum Schuldenabbau eingesetzt.

Am Freitag-Mittag hat sich das Kursbild der T-Aktie an der Frankfurter Börse jedoch gewandelt. Mittlerweile erreicht die Aktie wieder ein Kursniveau von 9,50 Euro und liegt gegenüber Donnerstag-Abend deutlich im Plus.

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