Neues Jahrestief
Analysten hatten zum Kauf der Kamps-Aktie geraten

Die Aktie der Kamps AG ist am Mittwoch um mehr als ein Drittel eingebrochen, nachdem der Bäckereikonzern seine Ertragsziele für das laufende Jahr reduziert hat. Noch am Montag hatten Analysten zum Kauf der Aktie geraten.

dpa-afx/ddp/gk FRANKFURT. Die Aktie der Kamps AG ist am Mittwoch um mehr als ein Drittel eingebrochen, nachdem der Bäckereikonzern seine Ertragsziele für das laufende Jahr reduziert hat. Eine Stunde nach Handelsbeginn wurde die Aktie mit 6,80 ? um 36,51 % niedriger notiert als am Vorabend. Damit rutschte das Papier des im MDAX gelisteten Unternehmens unter sein bisheriges Jahrestief von 9,40 ?. Bis zu diesem Zeitpunkt wechselten gut 1,7 Mill. der 82,34 Mill. Aktien den Besitzer. Der MDAX der 70 mittelgroßen Unternehmen verlor 0,48 % auf 4 651,11 Punkte.

Vor Handelsbeginn hatte Kamps seine Ertragserwartung für 2001 vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 130 Mill. auf 90 Mill. ? reduziert. Im ersten Halbjahr war das EBIT bei steigendem Umsatz von 51,1 Mill. auf 40 Mill. ?. gefallen.

Analysten-Empfehlung bescherte Verluste

Obwohl zahlreiche Kritiker davor gewarnt hatten, dass sich der Großfilialist durch die jüngsten Zukäufe übernommen haben könnte und die Schulden überhand nehmen könnten, rieten Analysten noch am Montag zum Kauf der Aktie.

So hielt Christian Riedel von der WGZ-Bank in Düsseldorf die "sehr gute Marktposition von Kamps für kaum angreifbar". In diesem Jahr sei das Wachstum durch den Verzicht auf weitere Akquisitionen zwar etwas unterbrochen worden, aber dies sei bereits zu Jahresbeginn absehbar und auch angekündigt gewesen.

Die Gerüchte um Liquiditätsprobleme hätten zeitweilig für einen "negativen Touch" gesorgt, so dass das Vertrauen der Anleger ebenso wie der Kurs der Aktie gelitten habe. Doch Kamps sei "gut aufgestellt" und auch die Zukunftsaussichten seien positiv. Es bleibe abzuwarten, ob die Quartalszahlen "in line" ausfielen. An seiner Einschätzung "Outperformer" hielt Riedel fest. Als mögliches Kursziel hatte er 14 bis 15 ? bis Jahresende genannt.

Analyst Thilo Kleibauer vom Bankhaus M.M.Warburg in Hamburg stufte die Kamps-Aktie im Juni von "Halten" auf "Kaufen" hoch. Das erste Quartal im Konsolidierungsjahr 2001 sei zwar relativ mäßig ausgefallen, doch er rechne von Vierteljahr zu Vierteljahr mit Steigerungen beim Ergebnis. Das Potenzial für eine "deutliche Margenverbesserung" sei gegeben, der Cash Flow relativ stabil. Das Geschäft mit Brötchen und Brot sei eben "relativ risikoarm"...

Wie die Fähnchen im Wind

Heute Morgen hat die Die WGZ-Bank ihre Empfehlung überdacht und Kamps von "Outperformer" auf "Underperformer" herabgestuft.

Wie Christian Riedel am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte, haben die Zahlen für das erste Halbjahr, die das Unternehmen am Morgen vorgelegt hatte, enttäuscht. Die Bilanz lag nicht nur deutlich unter den Planzahlen des Unternehmens, sondern auch unter den Schätzungen des Bankhauses.

Nachdenklich habe auch die Gewinnwarnung gestimmt. Zwar sei das Unternehmen als größter europäischer Bäckereibetrieb strategisch nach wie vor sehr gut positioniert, allerdings dürfte diese Bilanz zu einem starken Vertrauensverlust geführt haben.

Die Gewinnerwartungen reduzierte Riedel für das laufende Jahr von 0,90 ? auf 0,60 ? pro Aktie und für das kommende Jahr von 1,15 ? auf 0,80 ? je Anteilsschein.


Jahres-Chart der Kamps-Aktie

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