Neues Jahrestief
Anhaltende Verunsicherung am Neuen Markt

Wegen der anhaltenden Verunsicherung am Markt vor den für den Abend erwarteten Quartalszahlen großer US-Technologiefirmen präsentiert sich der Neue Markt am Dienstag mit neuen Tiefständen. "Der Neue Markt kann sich nicht selber retten", sagte ein Händler. "Die US-Zahlen könnten für eine Stabilisierung sorgen." Doch die deutschen Technologiewerte setzten die Märkte mit Verlusten unter Druck.

rtr/dpa FRANKFURT. Einzelne Händler sprachen von Panikverkäufen in den wenigen Werten, die noch als solide gelten. Von einem "Schwarzen Dienstag" wollten Händler jedoch nicht sprechen. Allerdings bleibe der Ausblick wenig rosig: "Wenn Intel heute Abend schlechte Zahlen bringt, dann sehen wir schnell die 1 000 Punkte", sagte ein Börsianer.

Der Nemax 50 gab bis 15.15 Uhr um 4,11 % auf 1 135,20 Stellen nach und unterschritt damit das bisherige Jahrestief bei 1 140,50 Punkten. Der Nemax All Share sank um 3,57 % auf 1 212,36 Zähler. Hier lag das bisherige Jahrestief bei 1 229,82 Stellen.

Händler sprachen bei den Aktien von Aixtron und Qiagen von "Panikverkäufen". Aixtron gaben um 8,55 % auf 24,08 ? ab; Qiagen verloren um 6,26 % auf 20,20 ? und T-Online eilten mit einem Verlust von 5,13 % oder 43 Cent auf ein neues Jahrestief bei 7,95 ?.

Management Data kündigte für den heutigen Tag einen vorläufigen Insolvenzantrag an. Nachdem die vom Handel ausgesetzte Aktien wieder verkauft werden konnte, brach der Kurs um 72,67 % auf 41 Cent ein. Telegate legten um 6,67 % oder 45 Cent auf 7,20 ? zu und gehörten damit zu den Gewinnern.

Belastend wirkte vor allem der niederländische Elektronikkonzern Philips, der nach eigenen Angaben im abgelaufenen dritten Quartal mit einem weiteren Gewinnrückgang rechnet und einen leichten Verlust im Gesamtjahr 2001 nicht mehr ausschließt.

Am Dienstagabend nach US-Börsenschluss wollen der weltgrößte Chiphersteller Intel und der Computerhersteller Apple Computer ihre Quartalszahlen vorlegen. "Bis dahin wird hier am Markt nicht viel passieren. Auch die Amerikaner werden sich vor den Zahlen bedeckt halten", sagte ein Händler. "Falls negative Überraschungen ausbleiben, könnte sich endlich ein Boden herausbilden", sagte ein anderer Börsianer. Sollten die Berichte der Unternehmen jedoch nicht überzeugen, werde die Verunsicherung am deutschen Wachstumssegment weiter zunehmen. "Schon jetzt ist die Verunsicherung am Markt spürbar. Und es fließt einfach kein Geld mehr von Institutionellen in den Neuen Markt."

Brokat im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Handels standen unter anderem die Papiere der Brokat AG , die bei dünnen Umsätzen um mehr als zehn Prozent auf 3,40 Euro fielen. In der Vorwoche hatte die Aktie im Zuge nicht bestätigter Marktgerüchte um eine bevorstehende Übernahme des Finanzsoftwareherstellers durch den US-Computerhersteller IBM ihren Wert mehr als verdoppelt.

Nach einer am Vorabend veröffentlichten Vertriebskooperation in Österreich, Tschechien und Ungarn mit der Albrecht & Dörr EDV Consulting sind die Papiere der auf Datensicherheit spezialisierten Biodata Information Technology am Dienstag um 2,77 % auf 11,95 Euro gefallen. Händler sagten, angesichts von nur 12 000 auf Xetra gehandelten Stücken sei die prozentuale Veränderung weitgehend zufallsbedingt. Das könne sich schnell ändern. Die Meldung sei für sich genommen nicht bedeutend.

Kontron Embedded Computer hat am Morgen mitgeteilt, 70 % des tschechischen Softwareunternehmens Merz Sro für 1,8 Mill. DM zu übernehmen. Bei sehr dünnen Umsätzen fielen die Papiere um mehr als drei Prozent auf 29,10 Euro und hatten im Handelsverlauf bei 27,17 Euro ein neues Jahrestief markiert. Händler sagten, die Verluste stünden in erster Linie im Zusammenhang mit dem schwachen Gesamtmarkt.

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