Neues kostengünstiges Material für Computerspeicher
Licht verleiht Kunststoffmagenten größere Anziehungskraft

Wissenschaftler der Ohio State University und der University of Utah haben den ersten durch Licht beeinflussbaren Plastikmagneten entwickelt. Bei der Bestrahlung mit blauem Licht steigern sich seine magnetischen Eigenschaften um das Eineinhalbfache.

lex COLUMBUS/OHIO. Der neue Magnet könnte für den Bau kostengünstiger und flexibler Computerspeicher eingesetzt werden. Diese Forschungsergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift "Physical Review Letters" veröffentlicht.

Der Kunststoffmagnet besteht aus so genannten Tetracyanoethylen (TCNE), kombiniert mit Mangan-Ionen. Das Material wurde sechs Stunden lang mit blauem Licht "aufgeladen". Der Magnetismus, der sich um das Eineinhalbfache erhöhte, blieb dann auch im Dunkeln erhalten. Bei Bestrahlung mit grünem Licht kehrte sich der Effekt zum Teil um, und der Magnetismus des Plastiks reduzierte sich auf rund 60 Prozent des normalen Niveaus.

Der Grund dafür ist laut dem Team um Arthur J. Epstein von der Ohio State University vermutlich die verschiedene Wellenlänge des blauen und grünen Lichts, die die TCNE-Moleküle veranlasst, ihre Gestalt und somit ihre magnetische Wirkung zu ändern. "Verändert ein Molekül im Magneten die Gestalt, verändert sich der Magnetismus und zwingt auch seine Nachbar-Moleküle zu einer Gestaltänderung", erklärte Epstein.

Neu sind Plastikmagnete und Magnete, die auf Licht reagieren, nicht. "Es ist aber das erste Mal, dass bei extrem niedrigen Temperaturen beide Eigenschaften kombiniert werden", so Epstein. Der Magnet funktioniert zurzeit bis zu einer Temperatur von minus 200 Grad Celsius. Die Forscher sehen daher eine Einsatzmöglichkeit für Anwendungen, die mit einer Kühlung ausgestattet sind. Im nächsten Schritt wollen sie den Magneten soweit verbessern, dass er auch bei Raumtemperatur arbeitet.

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