Neues Mobilfunk-Trio
Kommentar: Eine schwierige Allianz

Nach langen Verhandlungen hat es die niederländische KPN Mobile endlich geschafft, die Zusammenarbeit mit der japanischen NTT Docomo ans Laufen zu bringen. Zwischenzeitlich schien es fast so, als könnten sich die Japaner doch nicht zu gemeinsamen Investitionen in mobile Datendienste entschließen - auch wenn sie seit Monaten versuchen, ihren erfolgreichen I-Mode-Dienst in alle Welt zu exportieren.

Für NTT Docomo dürfte es entscheidend gewesen sein, dass die Allianz mit der in Holland, Deutschland und Belgien tätigen KPN Mobile mit 13 Millionen Kunden um die italienische Tim mit ihren weltweit 41 Millionen Kunden erweitert werden konnte. Tim schafft so den Schritt auf die europäische Ebene - ohne wie bei einer Fusion seine Eigenständigkeit aufgeben zu müssen.

Wenn die drei Datenmobilfunk- Freunde jetzt schnell die guten japanischen Konzepte in massenwirksame Produkte umsetzen, haben sie tatsächlich die Chance, die Großen Europas von Vodafone bis Deutsche Telekom mit der frühen Einführung hoher Qualität zu schlagen. Die Frage allerdings ist, ob sie das schaffen.

Nach allen Erfahrungen in der Telekombranche waren Allianzen gleichberechtigter Partner wegen der schwierigen internen Abstimmungen selten von Dauer - zumal wenn die Beteiligten so unterschiedlich sind wie Niederländer, Italiener und Japaner.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
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