Neues Montagewerk in Leipzig
Porsche-Höhenflug durch Cayenne

Noch vor zehn Jahren stand der Porsche AG das Wasser bis zum Halse. Konkurs drohte, doch der Sportwagenhersteller gesundete rasend schnell. Mit dem Cayenne, der dritten Baureihe des Stuttgarter Autokonzerns, wächst Porsche nun in eine neue Dimension.

HB/dpa STUTTGART/LEIPZIG. Sollte die geplante Absatzzahl von 25 000 Exemplaren des voluminösen Gelände-Sportwagens erreicht werden, kann mit einem Zuwachs von knapp 50 % und einen ähnlichen Umsatzsprung gerechnet werden. Im vergangenen Geschäftsjahr 2000/2001 hatte Porsche 54 586 Fahrzeuge abgesetzt. Nun soll am 20. August ein neues Montagewerk in Leipzig eröffnet werden.

Dass das Produktionsziel für das Cayenne-Werk verfehlt wird, gilt als sehr unwahrscheinlich. Im Gegenteil, die Produktion dürfte eher ausgeweitet werden. Rund 90 000 Bestellungen soll es geben. Bestätigen wollte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking die Zahl nicht, sagte aber doch so viel: "Die Nachfrage am Markt ist im Moment unglaublich". Hinzu kommt, dass der profitabelste Autobauer der Welt (bei 4,4 Mrd.? Umsatz fast 600 Mill. Vorsteuergewinn), die Aufwendungen für die Entwicklung und das Werk aus eigenen Mitteln bereits bezahlt hat.


Dauerstress für Mitarbeiter


Dennoch bedeuten der Cayenne und das Werk Leipzig für die Porsche-Mannschaft auch massiven Stress. Eine Baureihe in einem für das Unternehmen unbekannten Segment in einem neuen Werk weit vom Hauptsitz auf Band zu legen, sei eine Kombination, die "jedem Produktions- und Qualitätsexperten die Haare zu Berge stehen" lässt, meint das Fachblatt "Auto Motor und Sport". Noch nie haben man so heftig arbeiten müssen, ist denn auch unisono aus dem Porsche-Management zu hören.


Vierte Modellreihe im Frühjahr 2003?


Dies könnte allerdings ein Dauerzustand werden. Denn nach der Cayenne-Einführung wird ab Jahresmitte 2003 der 400 000 ? teure Supersportwagen Carrera GT gebaut - ebenfalls in Leipzig, was dort nochmal 70 neue zu den bisher geplanten 300 Jobs bringen wird. Im kommenden Frühjahr steht dann auch die Entscheidung über eine vierte Baureihe an - nach dem Boxster, dem 911 und dem Cayenne will Wiedeking möglicherweise nochmals draufsatteln. Profitieren von solch einer Entscheidung würde in jedem Fall Leipzig. Wo sonst sollte die vierte Modellreihe gebaut werden, sagen Manager in Stuttgart-Zuffenhausen.Denn das Stammwerk platzt mit der Produktion des 911 und des Boxster aus allen Nähten.

Sollten die Porsche-Pläne so wie von Beobachtern erwartet realisiert werden, bedeuteten 100 000 Autos zum Ende des Jahrzehnts keine Utopie für den Sportwagenbauer mehr. Damit wäre die Porsche AG zwar immer noch ein Nischenanbieter - verglichen mit der Krisenzeit 1991/92 (Absatz 23 000 Autos) wäre in der Tat eine neue Dimension erreicht.

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