Neues Regelwerk kam zu spät
DSW zieht ernüchternde Neue Markt-Bilanz

"Nur ein Viertel der Wachstumsunternehmen konnte die Erwartungen der Aktionäre erfüllen. Der Großteil der New-Economy-Gesellschaften schmälerte die Portemonnaies seiner Anleger", lautet die Bilanz der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

jr BERLIN. Nach Meinung der Aktionärschützer hat die schöne Welt des Neuen Marktes bereits Anfang 2000 deutliche Risse bekommen. Neben den Ermittlungen gegen die Vorstände von Infomatec und EM.TV werde auch die Zeit bis zur ersten Gewinnwarnung immer kürzer. "Den traurigen Rekord hält hier Adpepper. Nach gerade einmal vier Wochen Börsenzugehörigkeit mußte das Unternehmen die erste Gewinnwarnung herausgeben", meinte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. "Die Liste der Empfehlungen ließe sich - leider - fast beliebig erweitern".

Die Erfahrungen der Vergangenheit haben nach Meinung der Vereinigung gezeigt, dass am Neuen Markt nicht die notwendigen Voraussetzungen für einen funktionierenden Markt gegeben sind. Das neue Regelwerk, welches von der Deutschen Börse AG erarbeitet wurde, kam für viele Anleger zu spät.

Das Strafmaß bei Verstößen gegen das Neue Markt-Regelwerk wurde zwar von bis zu 10 000 Euro deutlich auf 100 000 Euro erhöht, dennoch sei die Wirkung fraglich. Im Vergleich zu den 40 Millionen Mark, die Thomas Haffa durch einen Aktienverkauf verdient hat, wirke die Summe eher wie ein Taschengeld.

Die DSW fordert eine längere Haltefrist für Großaktionäre nach dem Börsengang. Die liegt derzeit bei sechs Monaten. Sie sollte auf wenigstens zwei Jahre für das Management und auf ein Jahr für die Finanziers ausgedehnt werden.

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