Neues System für LKW-Maut weckt Hoffnung auf ausländische Kunden
Leasing läuft bei Daimler-Chrysler wie geschmiert

Für Klaus Mangold, Vorstand der Daimler-Chrysler Services AG, ist Leasing die Fahrkarte in eine rosige Zukunft: Wie Mangold am Dienstag Abend in Berlin sagte, profitiert die Tochter des Stuttgarter Automobilkonzerns Daimler Chrysler - vom Trend zum Fahrzeugleasing. Für das Gesamtjahr 2002 erwartet Mangold daher einen ähnlich starken Gewinnanstieg wie in den ersten neuen Monaten.

va BERLIN. Weder die Krise in Lateinamerika noch die Insolvenzen in Deutschland hätten die Berliner Tochter unter dem Strich belastet, betonte Mangold. Für die Zukunft betrachtet er die als Basel II bekannten neuen Eigenkapitalrichtlinien im Finanzgeschäft als zusätzlichen Motor für das Leasing. Damit würden sich noch mehr Unternehmen vom Autobesitz verabschieden. Heute werde jedes dritte Fahrzeug in der Welt von Daimler-Chrysler Services finanziert und geleast.

Daimler-Chrysler Services (früher Debis), die heute rund 10 000 Mitarbeiter beschäftigen, verdienen ihr Geld mit dem Leasen und der Finanzierung von Fahrzeugen sowie von 220 Verkehrsflugzeugen. Die Konzernsparte hat der Stuttgarter Mutter in den vergangenen drei Jahren auf Grund von Verkäufen außerordentliche Erlöse von rund 7,7 Mrd. Euro beschert.

Auch das operative Geschäft laufe immer besser, sagte Mangold. In den letzten neun Monaten habe das operative Ergebnis mit 700 Mill. Euro 76 % über dem des Vorjahres gelegen. Für 2003 wollte er sich nicht festlegen, meinte allerdings: "Wir können auch noch eine deutliche Abschwächung des Marktes verkraften." Entscheidend für die Zukunft ist nach Einschätzung von Michael Raab, Analyst bei Sal. Oppenheim, die Entwicklung des US-Gebrauchtwagenmarktes. Sollten die Verkäufe hier stocken, setze Daimler-Chrysler weniger um und müsse die Abschreibungen erhöhen.

Zufrieden äußerte sich Mangold auch über den Erfolg der Daimler Chrysler - Bank. Die Autobank, seit vier Monaten auch im Einlagengeschäft aktiv, habe bereits rund 16 000 Kunden mit Einlagen von rund 250 Mill. Euro. Sie liege mit ihrem Ergebnis über dem Plan. Rund 30 % der Kunden seien bisher keine Kunden von Daimler-Chrysler gewesen.

Neben dem Leasing-Geschäft und dem Bankgeschäft setzt Mangold, über dessen Ausscheiden aus dem Konzern im nächsten Jahr immer wieder spekuliert wird, auf das neue Mautsystem. Das von Daimler-Chrysler Services für Deutschland entwickelte System werde bis September 2003 zum Einsatz kommen. In Potsdam soll ein Call-Center mit rund 300 Mitarbeitern dafür eingerichtet werden. Insgesamt sind 600 Arbeitsplätze für das System in Planung. Neue ausländische Interessenten hätten sich bereits gemeldet, sagte Mangold, insbesondere aus Osteuropa - an erster Stelle Polen und Serbien.

Dem deutschen Maut-Konsortium "Toll Collect" gehören neben Daimler-Chrysler Services die Deutsche Telekom und der französische Autobahnbetreiber Cofiroute an. Das Konsortium hofft auf bis zu 700 Mill. Euro Umsatz aus der LKW-Maut. Ehemalige Konkurrenten während des Verfahrens wie das Konsortium Ages um den Mobilfunker Vodafone würden als Zulieferer künftig etwa 20 % des Geschäftsvolumens abdecken, sagte Mangold.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%