Neues Urheberrecht schützt Musikindustrie
Justizministerium schränkt privates CD-Brennen ein

Das Umgehen des Kopierschutzes von Tonträgern soll in Deutschland künftig strafbar sein. Das beinhaltet der Entwurf für eine Änderung des Urheberrechtsgesetzes, den Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) im Kabinett vorgestellt hat und der eine EU-Richtlinie umsetzt.

DÜSSELDORF. Bislang war es zwar der Phono-Industrie erlaubt, sich mit technischen Mitteln gegen Raubkopien zu schützen - wer jedoch diese Schutzfunktionen umging, blieb straflos. Das soll sich nach dem Willen des Justizministeriums ändern: Künftig bleibt nur noch straffrei, wer Tonträger für Unterrichts- oder Forschungszwecke von solchen Tonträgern kopiert.

Das bedeutet, auch das Brennen von CDs für private Zwecke wird eingeschränkt: Es wird nur erlaubt sein, wenn dabei nicht ein Kopierschutz des Ausgangstonträgers umgangen wird. Das ist im Interesse der Hersteller: Sie schieben Umsatzeinbußen unter anderem auf das private Brennen von CDs.

Die Entscheidung, ob ein Werk legal kopiert werden darf, trifft künftig der Hersteller, indem er einen Kopierschutz installiert oder nicht. Der Gesetzentwurf soll bis Ende des Jahres umgesetzt werden. Der Bundesverband Phono zeigte sich grundsätzlich zufrieden. Ein Sprecher sagte, es werde allerdings "technisch schwierig, die Erlaubnis auf bestimmte Personengruppen zu beschränken".

Einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Verbandes zufolge wird weitaus mehr Musik von CD zu CD kopiert als aus dem Internet heruntergeladen: Die GfK schätzt, dass rund 20 Millionen Deutsche einen CD-Brenner besitzen; aus dem Internet laden sich hingegen nur rund fünf Millionen Nutzer Musik herunter. Insgesamt hat es in Deutschland im vergangenen Jahr rund 500 Millionen so genannte Downloads von Musiktiteln aus dem Internet gegeben. Bundesweit wurden in diesem Zeitraum rund 182 Millionen CD-Rohlinge verkauft, die mit jeweils rund 12 Titeln bespielt werden können, heißt es in der GfK-Studie.

Quelle: Handelsblatt

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