Neues Ziel: VfB Schwaben
Neuer VfB-Präsident will Stadiontraum doch noch erfüllen

Der "Neue" verzichtet auf die übliche Schonfrist von 100 Tagen: Innerhalb von nur einer Woche will Erwin Staudt als gerade gewählter Präsident des VfB Stuttgart den Traum vom Fußballstadion doch noch erfüllen.

HB/dpa STUTTGART. Mit einem "Stadiongroschen" von bis zu zwei Euro pro Eintrittskarte möchte der schwäbische Fußball- Bundesligist vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung am 3. Juli zumindest einen Teil des von der Stadt geforderten Beitrags zum Umbau des Gottlieb-Daimler-Stadions in eine reine Fußball-Arena leisten. "Wir versuchen verzweifelt, die Bedingungen der Stadt zu erfüllen. Ich gebe die Hoffnung erst dann auf, wenn die letzte Hand gehoben worden ist", sagte Staudt am Freitag der dpa.

Der Aufsichtsratsvorsitzende von IBM Deutschland war am späten Donnerstag bei der VfB-Mitgliederversammlung mit nur drei Gegenstimmen zum Nachfolger von Manfred Haas gewählt worden. Unter starkem Beifall rechnete er vor, dass der Vize-Meister VfB der Stadt einen Imagegewinn im Wert von 80 Mill. Euro gebracht habe, "weil wir das Herz getroffen haben". Mit dem Stadiongroschen und intensiven Gesprächen will der VfB doch noch eine Mehrheit für die Fußball-Arena erzielen. "Wir haben gezeigt, dass wir eine Gruppe sind, die kommunalpolitisch nicht übersehen werden kann", sagte Staudt selbstbewusst.

Da die Stadt nur für 30 der insgesamt gut 75 Mill. Euro Baukosten haften will, müsste der Bundesligist bei einem Landeszuschuss von 15 Mill. für die Restsumme von 30 Mill. gerade stehen. Mit dem Einnahmen aus dem Stadiongroschen soll eine Finanzierung von 15 Mill. angeschoben werden. Die restliche Summe soll durch die Vermarktung der einzelnen Tribünenteile erzielt werden. "Dafür brauchen wir aber bis zum Jahresende Zeit", stellte Staudt klar.

Vorrangiges Ziel bleibt jedoch für den 55-Jährigen und den VfB - Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hundt die finanzielle Konsolidierung des Vereins. Die effektiven Verbindlichkeiten stiegen zum Jahresende 2002 um 2,5 auf 15,7 Mill. Euro. Damit stehen die Schwaben im Vergleich zu anderen Clubs der mit insgesamt 600 Mill. Euro verschuldeten Bundesliga nach eigener Einschätzung noch gut da. "Wir müssen klarmachen, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Husten und einer Lungenentzündung", so Staudt. Immerhin musste der Verein über 20 Mill. fehlender TV-Einnahmen verkraften.

Der Familienvater will den VfB Stuttgart zu einem "VfB Schwaben" machen und neue Anhänger "zwischen Tauberbischofsheim und dem Bodensee" gewinnen. Trotz vieler Visionen sind dem Manager als erster hauptamtlicher VfB-Präsident durch die wirtschaftliche Lage der Schwaben weiter Grenzen gesetzt.

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