Neukirchen-Gegner stockt seinen Anteil auf und wird größter MG-Aktionär
Happel greift nach einem Sitz im Aufsichtsrat

Otto Happel, Großaktionär der MG Technologies und erbitterter Gegner von deren Chef Kajo Neukirchen, baut seinen Einfluss auf den Frankfurter Mischkonzern aus.

jkn FRANKFURT/M. Otto Happel, Großaktionär der MG Technologies und erbitterter Gegner von deren Chef Kajo Neukirchen, baut seinen Einfluss auf den Frankfurter Mischkonzern aus. Er hat in den zurückliegenden Monaten seinen Anteil an der MG von gut 10 auf über 20 % aufgestockt. Das bestätigte ein Sprecher von Happel. Damit ist Happel nun der größte Aktionär der MG. Ein Sprecher der MG wollte die Information nicht kommentieren.

Wie es in Kreisen des Aufsichtsrats heißt, soll Happel auf der heutigen Aufsichtsratssitzung der MG für einen Sitz im Kontrollgremium vorgeschlagen werden. Sollte der Aufsichtsrat zustimmen - dafür spricht nach Informationen aus dem Gremium vieles -, gehört Happel zu den Kandidaten der Kapitalseite, die neu in den Aufsichtsrat gewählt werden sollen.

Happel selbst habe den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er seinen Anteil an der MG aufgestockt hat, hieß es weiter. Trotz der immer wieder geäußerten Kritik an Happel werde der Aufsichtsrat das stärkere Engagement heute wahrscheinlich begrüßen. Es zeige das Vertrauen in das Potenzial der Gesellschaft. Dies sehen viele Investoren ähnlich. Die Papiere der MG schnellten gestern Vormittag um fast 10 % in die Höhe.

Die Entwicklung ist überraschend. Zuletzt schien es im Dauerstreit zwischen Happel und Neukirchen etwas ruhiger geworden zu sein. Die beiden anderen MG-Großaktionäre Allianz und Deutsche Bank hatten sich nach einem Gutachten von Roland Berger hinter Neukirchens Strategie gestellt.

Sollte Happel heute tatsächlich für den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden, würde dies die Position von Neukirchen schwächen. Im Aufsichtsrat könnte Happel seine Vorstellungen wesentlich besser durchsetzen als bislang. Gleichzeitig kann Happel auf der Hauptversammlung Anfang Juni versuchen, weitere Stimmen auf seine Seite zu ziehen. Einige seiner Kritikpunkte, etwa an der Verschuldung und an der grundsätzlichen Strategie des Unternehmens, werden von anderen Aktionären geteilt.

Wie Neukirchen auf die neue Situation reagieren wird, ist offen. Einerseits gilt er als jemand, der keiner direkten Konfrontation aus dem Weg geht. Anderseits halten es Beobachter nicht für ausgeschlossen, dass Neukirchen bei einem mit Happel besetzen Aufsichtsrat keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit sieht.

Happel will MG-Chef Neukirchen seit zwei Jahren vom Thron stoßen. Der frühere Besitzer des Anlagenbauers GEA hatte seine GEA-Anteile 1999 an die MG verkauft. Im Zuge dessen wurde er Aktionär der MG. Mittlerweile zweifelt Happel daran, dass sich die GEA unter der Führung von Neukirchen weiter entwickeln kann. Außerdem kritisiert er die Strategie des MG-Chefs, die auf den beiden Säulen Anlagenbau und Chemie fußt.

Quelle: Handelsblatt

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