Neun live ist DSF auf den Fersen
Sex-Werbung nimmt weiter zu

Die Erotik-Spots im deutschen Fernsehen befinden sich trotz Werbeflaute und Konjunkturschwäche weiter auf dem Vormarsch. Die Zahl der ausgestrahlten Sex-Werbespots in den ersten neun Monaten dieses Jahres nahm im Vergleich zu den Jahren 2000 und 2001 noch einmal zu, wie die Marktforschungsfirma Media-Control (Baden-Baden) am Montag mitteilte.

HB HAMBURG. In den ersten drei Quartalen 2002 wurden nachts zwischen Mitternacht und sechs Uhr exakt 495 375 Sex-Spots mit kostenpflichtigen Telefon-Hotlines auf den größeren überregionalen TV-Sendern ausgestrahlt. Im Vergleichszeitraum 2001 waren es knapp 399 000 gewesen. Diese bescherten den Anbietern auf der Grundlage der für diese Zeitzone geltenden Werbetarife einen Brutto-Umsatz von etwas mehr als 52 Mill. Euro. 2000 waren es in den ersten neun Monaten noch 48 Mill., 2001 knapp 50 Mill. Euro. Die lokalen TV-Stationen werden von Media-Control nicht erfasst.

Dabei verlief die Entwicklung bei den verschiedenen TV-Anbietern unterschiedlich. Den größten Zuwachs schaffte der Münchner "Mitmachsender" Neun live, der bis August 2001 noch TM3 hieß. Während TM3 von Januar bis September 2000 lediglich 9 542 Sex-Spots ausstrahlte, waren es 2001 knapp 47 000 und in diesem Jahr schon mehr als 173 000. Im Vergleich zum Jahr 2000 bedeutete dies ein Anstieg um 1 714 %. Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) behielt 2002 dennoch mit knapp 185 000 ausgestrahlten Werbebotschaften die Führung im Fernduell mit Neun live.

Auf den weiteren Plätzen folgten RTL II mit knapp 65 000 Sex- Spots, Vox (32 250) und Kabel 1 (22 436). Die großen TV-Anbieter haben mit Rücksicht auf die großen Markenartikler, die nicht im Umfeld von Sex-Hotlines werben möchten, den Anteil der Sexwerbung auf ein Minimum zurückgeschraubt. RTL zeigte in diesem Jahr von Januar bis September lediglich 2 616 Sex-Spots, SAT.1 4 313 und ProSieben 7 473. Die Musiksender MTV (2 858) und Viva (486) liegen in der Skala auch ganz unten.

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