Neun Palästinenser getötet und mehrere verhaftet
Israel besetzt Hebron nach Einigung über Arafat-Arrest

Israel hat seine "Operation Schutzschild" am Montag mit einem Einmarsch in Hebron fortgesetzt. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben neun Menschen getötet. Der Angriff erfolgte nur wenige Stunden nach einem von US-Präsident George W. Bush vermittelten Kompromiss, mit dem der Hausarrest des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat in Ramallah aufgehoben werden soll.

WiWo/ap HEBRON. Israelische Regierungskreise bestätigten einen Zeitungsbericht, wonach Israel im Gegenzug mit US-Unterstützung im Konflikt mit den UN über die Dschenin-Untersuchung rechnen kann. Der Einmarsch in Hebron war nach israelischer Darstellung eine Reaktion auf einen palästinensischen Angriff gegen die nahe gelegene jüdische Siedlung Adora, bei dem am Wochenende vier Israelis getötet wurden. Die Organisation Hamas hatte sich zu dem Überfall bekannt. In Hebron wurden nach Angaben von Brigadegeneral Ron Kitrey mehrere mutmaßliche Extremisten verhaftet, darunter drei Führungsmitglieder der Hamas. Kitrey sagte, die Operation werde so schnell wie möglich beendet.

Trotz der im Morgengrauen begonnenen Militäraktion wurden in Ramallah die Vorbereitungen fortgesetzt, die Festsetzung Arafats zu beenden. Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo sagte, die vier Attentäter des israelischen Tourismusministers Rehavam Seewi sowie der Führer der Palästinensischen Befreiungsfront für Palästina (PFLP), Ahmed Saadat, und der unter dem Verdacht des Waffenschmuggels stehende Arafat-Berater Fuad Schobaki sollten in ein Gefängnis nach Jericho gebracht werden. Dort sollen sie von amerikanischen und britischen Beamten bewacht werden.

Israel erwartet US-Beistand im Streit über Dschenin-Mandat

Die stellvertretende israelische Verteidigungsministerin Dalia Rabin-Pelossof bestätigte unterdessen einen Bericht der Zeitung "Haaretz", dem zufolge Israel nach der Zustimmung im Fall Arafat nun amerikanische Unterstützung beim Streit über das UN-Mandat für die Untersuchung des israelischen Angriffs auf Dschenin erwartet.

"Ich gehe davon aus, dass eine Art Vereinbarung erzielt wurde, eine Art Handel, nach dem Ariel Scharon sein Dringen auf eine Isolation Arafats in seinem Hauptsitz aufgab", sagte Rabin-Pelossof. "Und in dieser Phase erhalten wir US-Unterstützung bezüglich unserer Vorbehalte bezüglich des UN-Komitees."

Nachdem Israel am Sonntag die Reise der Delegation nach Dschenin verhindert hatte, erwarteten die UN noch für Montag eine Einigung. Der stellvertretende UN-Generalsekretär Kieran Prendergast erklärte, die UN-Delegation werde in jedem Falle in die Region reisen, ob Israel zustimme oder nicht.

Israel hat grundsätzlich in eine Untersuchung der Kämpfe in Dschenin eingewilligt, fordert aber eine Änderung des Untersuchungsauftrags: Der solle sich auf die Infrastruktur palästinensischer Terroristen beschränken. Die Kommission will aber auch palästinensischen Vorwürfen nachgehen, dass die israelische Armee ein Massaker an der Zivilbevölkerung des Lagers verübt habe.

Bei einem Gefecht in der belagerten Geburtskirche in Bethlehem wurde ein bewaffneter Palästinenser erschossen. Die Verhandlungen zwischen den israelischen Belagerern und den seit dem 2. April in der Kirche verschanzten Palästinensern waren am Sonntag ergebnislos abgebrochen worden.

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