Neun von 17 schnitten besser als Prognose ab
Dax-Berichtssaison bietet bisher gemischtes Bild

In der laufenden Berichtssaison zu den ersten drei Monaten 2003 hat rund die Hälfte der Dax-Firmen, die bisher Zahlen vorgelegt haben, die Markterwartungen übertreffen können.

Reuters FRANKFURT. Im Pharma- und Chemiebereich sorgte Bayer mit einem besser als erwarteten operativen Ergebnis für eine faustdicke Überraschung. Aber auch der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana verdiente mehr als die Analysten prognostiziert hatten. Im Technologiebereich stach Siemens trotz Gewinnrückgang mit seinem Quartalsausweis hervor, während Chiphersteller Infineon enttäuschte.

Deutlich unter den Prognosen lag auch Europas größter Automobilhersteller Volkswagen mit seinem Gewinnausweis. Von den 17 Dax-Firmen, für die Reuters im Vorfeld der Zahlen Schätzungen erstellte, schnitten neun besser ab als die Prognosen. Sechs Unternehmen lagen mit ihren Zahlen innerhalb einer Bandbreite von fünf Prozent um den Durchschnittswert, zwei lagen deutlich darunter.

Aktienstrategen äußerten sich indes eher vorsichtig zu den bisherigen Ergebnissen der Berichtssaison. "Es war bislang insgesamt ein gemischtes Bild. Man kann nicht sagen, dass die negativen Meldungen überwiegen, es kommt beides vor", sagte Aktienstratege Stefan Mitropoulos von der Bankgesellschaft Berlin. Ähnlich äußerte sich auch Matthias Jörss vom Bankhaus Sal. Oppenheim.

Bayer-Chef glänzte mit starkem Quartalsbericht

Bei den Pharma- und Chemiekonzernen steigerte Bayer im ersten Quartal auf Grund höherer Ergebnisse in den Sparten Gesundheit und Pflanzenschutz den operativen Gewinn deutlich um 30 Prozent auf 1,075 Milliarden Euro. Analysten hatten lediglich mit 857 Millionen Euro gerechnet. Bayer-Chef Werner Wenning bekräftigte zudem den Ausblick, das operative Ergebnis im Gesamtjahr 2003 prozentual zweistellig steigern zu wollen. Auch die Bad Homburger Altana ist dank ihres Verkaufsschlagers, dem Magenmittel Pantoprazol, mit einem stärker als erwarteten operativen Gewinnsprung in das Jahr gestartet. Für das Gesamtjahr rechnet Konzernchef Nikolaus Schweickart trotz fehlender konjunktureller Impulse erneut mit zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Ergebnis in lokalen Währungen.

Trotz schwacher Geschäfte in seinen Hauptsparten Telekommunikation und Energieerzeugung hat der Siemens-Konzern im Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Konzernchef Heinrich von Pierer zeigte sich indes besorgt über die andauernde Investitionszurückhaltung der Siemens-Kunden und schloss weitere Anpassungsmaßnahmen nicht aus. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 verbuchte der Industriekonzern einen Rückgang beim Gewinn nach Steuern auf 568 Millionen Euro von 1,281 Milliarden Euro ein Jahr zuvor - damals hatte Siemens allerdings 604 Millionen Euro mit dem Verkauf von Infineon-Aktien eingenommen. Analysten hatten hingegen einen stärkeren Rückgang auf 420 Millionen Euro prognostiziert.

Dagegen lagen BASF, Schering, Adidas, Henkel, die Deutsche Börse und FMC mit ihren Zahlen alle weniger als fünf Prozent von den durchschnittlichen Erwartungen entfernt.

Aktienstrategen wiesen darauf hin, dass die positiven Überraschungen auch daher stammten, dass viele Analysten angesichts der weiterhin trüben Wirtschaftslage zuvor bereits ihre Schätzungen nach unten genommen hätten. "Daher hatten es manche Unternehmen etwas leichter", sagte Bankgesellschaft-Stratege Mitropolous. Ähnlich äußerte sich auch Sal.-Oppenheim-Stratege Jörss. "Wir haben im Vorfeld zum Teil sehr deutliche Revisionen der Analystenerwartungen gesehen, daher ist das keine dramatisch positive Überraschung". Es gebe aber durchaus einige Lichtblicke wie etwa Bayer. Bei vielen Unternehmen hätten Kostensenkungen dazu beigetragen, dass sich die operative Seite besser darstelle, während dies beim Umsatz nicht zutreffe. "Als ein Signal für die weitere Entwicklung kann die Berichtssaison nicht gesehen werden," merkte an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%