Neunjährige fiel Gewaltverbrechen zum Opfer
Fall Peggy kommt bald zu den Akten

Die neunjährige Peggy aus dem oberfränkischen Lichtenberg ist vermutlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Gut 17 Monate nach dem Verschwinden der Schülerin sei ein Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden, bestätigte die Polizei am Montag in Hof.

HB/dpa HOF/SAALE. Zu Berichten, dass es sich dabei um einen Nachbarn handelt, äußerten sich die Behörden nicht. Einzelheiten über die Ermittlungsergebnisse wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Hof/Saale bekannt geben. Die Leiche des Mädchens wurde bislang noch nicht gefunden.

Nach offiziell nicht bestätigten Informationen des Bayerischen Rundfunks hat der 24-Jährige das Mädchen sexuell missbraucht und wenige Tage später erwürgt. Dem Bericht zufolge soll schließlich der Vater des Mannes die Leiche des Mädchens versteckt haben. Der 24- Jährige war bereits im Sommer 2001 festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Damals hatte er sexuelle Übergriffe auf vier Kinder zugegeben. Unter seinen Opfern soll auch die seit 7. Mai 2001 vermisste Peggy Knobloch gewesen sein.

Die Behörden hatten aber noch zu Beginn dieses Jahres Spekulationen als Vorverurteilung zurückgewiesen, der Mann habe auch etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun. Die Sonderkommission war bislang davon ausgegangen, dass der Mann für den 7. Mai 2001 - dem Tag als Peggy Knobloch letztmals gesehen wurde - ein "lückenloses Alibi" hatte.

Der geistig behinderte Mann habe zwar von sich aus Kontakte mit Peggy eingeräumt. Dafür habe es aber keinerlei Zeugen oder Beweise gegeben, hatte die Polizei in diesem Januar gemeldet. Damals hatte es geheißen: "Auf Grund seines psychischen Zustandsbildes und wechselnder Einlassungen muss der Wahrheitsgehalt dieser Äußerungen immer besonders sorgfältig geprüft werden." Auch der Leitende Oberstaatsanwalt Ernst Tschanett wollte sich am Montag nicht zur Identität des Täters und zum Schicksal des Mädchens äußern.

Die neunjährige Schülerin wurde das letzte Mal am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule gesehen. Mehrere Hundertschaften der Polizei hatten wochenlang vergebens die Stadt und die nähere Umgebung abgesucht. Selbst Tornados der Bundeswehr mit hochauflösenden Wärmebildkameras brachten die Ermittler damals nicht weiter.

Die Sonderkommission Peggy waren rund 5000 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen. Zeitweise wurde sie durch Spezialisten aus ganz Bayern verstärkt. Die Beamten hatten rund 20 000 gespeicherte Daten über den Fall Peggy und vergleichbare Vermisstenmeldungen abgeglichen. In die Fahndung waren auch die benachbarte Tschechische Republik und die Türkei, das Heimatland von Peggys Stiefvater, einbezogen worden. Selbst Peggys Eltern standen zeitweise im Visier der Ermittler.

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