Neuordnung der Aktionärsstruktur erwartet
Henkel-Anleihe schürt Spekulationen über Beiersdorf-Einstieg

Der Düsseldorfer Konzern Henkel hat mit seiner überraschenden Ankündigung über die Ausgabe einer neuen Anleihe in Börsen- und Finanzkreisen Spekulationen über einen Einstieg bei der Hamburger Beiersdorf AG ausgelöst.

HB/beu/lip HAMBURG. Mehrere Investmentbanker und der Hamburger Analyst Sven Dopke von M.M.Warburg werteten gestern diesen Schritt von Henkel als Vorbereitung auf eine Großakquisition - mit dem Ziel einer Beteiligung an Beiersdorf. Henkel nutzt das niedrige Zinsniveau und kann zugleich mit dem Bond seine liquiden Mittel von 7 Mrd. Euro mit Fremdkapital aufstocken.

Sprecher von Henkel, Beiersdorf sowie der Beiersdorf-Großaktionäre Tchibo Holding AG und Münchener Allianz wollten die Marktgerüchte auf Anfrage des Handelsblatts nicht kommentieren. An Beiersdorf hält die Hamburger Tchibo Holding 30,4 %, der Versicherungskonzern Allianz knapp 44 %. Der Rest befindet sich in Streubesitz. Der Aktienkurs von Beiersdorf stieg gestern um 2,45 % auf 109,70 Euro. Die Henkel-Vorzüge blieben mit 55,05 Euro unverändert.

Hintergrund der Spekulationen ist eine mögliche Neuordnung der Aktionärsstruktur bei dem Kosmetik- und Pflasterkonzern Beiersdorf (Nivea, Hansaplast, Tesa). So sucht die Münchener Allianz-Gruppe offenbar seit längerem nach Wegen, ihre Beteiligung zu Geld zu machen. Doch die seit gut einem Jahr laufenden Bemühungen des Finanzkonzerns, sein Beiersdorf-Paket zu verkaufen, unter anderem an den US-Konzern Procter & Gamble, waren bisher erfolglos. Mit der Übernahme des Darmstädter Kosmetikkonzerns Wella durch Procter & Gamble sind die Amerikaner als möglicher Käufer für Beiersdorf ausgeschieden.

Tchibo hat Interesse daran, seinen Anteil bei Beiersdorf aufzustocken. Doch hatte Tchibo-Vorstandschef Reinhardt Pöllath in dieser Woche bezweifelt, ob die Allianz zum Verkauf an das Hamburger Unternehmen bereit ist. Demgegenüber hält es Analyst Dopke für denkbar, dass Tchibo den Anteil auf 50 % erhöht, Henkel die übrigen 50 % übernimmt. Der Marktwert hierfür betrage 4,5 Mrd. Euro. In einem zweiten Szenario bleibt Tchibo bei 30 % und Henkel kauft den Rest. Hierfür wären einschließlich Paketzuschlag rund 7 Mrd. Euro fällig.

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